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Posts Tagged ‘Hunde’

The Dog of the Future

Wir tun viel für unsere Hunde, aber bei weitem nicht genug
© Fritz-Jochen Kopka

Der Hund, der mich – und auch andere Kunden (ich will nicht angeben) – stets aufgeregt begrüßte, lag apathisch in einer Ecke des Salons. Wie ein nasser Lappen, könnte man behaupten. Dabei hatte die Friseurin eben noch Ärger mit drei anderen vereinigten Hundehalterinnen bekommen, weil ihr Hund angeblich aggressiv sei und einem der fremden Hunde eine Verletzung zugefügt habe. Sie sind als Hundehalterin absolut ungeeignet!, oder so. Dabei gibt es meines Wissens keine Frau, die so tief in die Psyche eines Tieres eingedrungen ist wie meine Friseurin. Später kam auch der Mann der Friseurin, um den Hund abzuholen. Sie deutete auf mich und sagte: Er meint, unser Hund ist eine Schlaftablette. Halt mal, das habe ich nicht gesagt. Ich sagte vielmehr: Der Hund befindet sich in der Modifikation vom Abenteurer zum Philosophen. Damit war der Mann einverstanden. Wenn man uns so einen Hormonchip einsetzen würde, würden wir uns auch nicht anders verhalten, sagte er. Und: Philosoph ist gar keine schlechte Perspektive. Außerdem, fügte er hinzu, geht der Hund bei Regenwetter nicht gern raus. (Wie alle Philosophen)

Da kam mir die Idee für ein Geschäftsmodell. Es gibt alles Mögliche für Hunde, Kleidung, Signallampen, von exklusiver Verpflegung ganz zu schweigen. Aber keine Regenschirme. Regenschirme für Hunde anzufertigen dürfte keine allzu schwierige Sache sein. Man könnte sie aufmunternd bunt gestalten, und dem Hund wäre es eine Freude, bei Wind und Wetter hinauszugehen.

Und warum, frage ich, gibt es keine Handys für Hunde. Einfache Handys, in die man die Nummern ihrer Hundefreunde eingibt; sie könnten mit der Nase darauf stupsen und den Kollegen am anderen Ende anbellen, der bellt zurück und so ergibt sich ein Austausch, auf den wir Menschen ja auch nicht verzichten möchten. Sicher ist es schwieriger, ein Handy für Hunde herzustellen als einen Regenschirm, aber unmöglich sollte es nicht sein.

Hund & Katz

Berlin Alexanderplatz. Hund skated, Herrchen streicht die Gage ein © Fritz-Jochen Kopka

Berlin Alexanderplatz. Hund skated, Herrchen streicht die Gage ein
© Fritz-Jochen Kopka

Wie es kommt, dass dieser oder jener keinen Hund und auch keine Katze hält, obwohl er doch nicht bestreiten würde, tierlieb zu sein, ist einfach: Er möchte nicht dominiert werden. Einar Schleef, als er noch nicht berühmt, aber doch schon hier und da als halbes Genie bekannt war, verkehrte in Wien mit Hilde Spiel und ihrem (zweiten) Mann, der Schleef „als bedeutendster österreichischer Autor vorgestellt wird”, und wie so oft: Je bedeutender jemand ist, desto unbekannter ist sein Name. Hans Flesch-Brunningen. Er geht mit einem weißen Spitz durch den Schnee. Zu Hause putzt sich das Hündchen (himself? itself?) sauber. „Die Begegnung blieb steif”, schreibt Schleef in seinen Tagebüchern (Suhrkamp), „er spielte mit seinem Hund, der sich vor ihm auf dem Rücken wälzte, während er dessen Bauch und Geschlechtsteil betätschelte, …, läufig waren beide, Herr und Hund.” Der Hund bepinkelt sich und rächt sich an Schleef für dessen distanzierte Sicht, indem er ihm unterm Tisch in Bein oder Schuh beißt. Wie steht es mit den Katzen? Eva Hesse, die grandiose Ezra-Pound-Übersetzerin, erzählt in einem Interview mit der FAZ von ihrem Kater Pussy, „der ist auf vielen berühmten Leuten gesessen. Er hat sich breitgemacht wie ein Fladen. Von ihm habe ich gelernt, was ›besitzergreifend‹ heißt.”

Es ist so. Die Tiere übernehmen nach und nach und ohne, dass der Mensch es recht merkt, die Herrschaft. Und warum halten trotzdem so viele Menschen Hunde und Katzen? Eben darum. Weil sie, die Tiere, dominant sind. Mancher Mensch braucht das. Mancher nicht.

Macht der Gewohnheit

Die Integration der Hunde haben wir geschafft. Wobei der Anteil der Hunde dabei nicht gering einzuschätzen ist.

Die Integration der Hunde haben wir geschafft. Wobei der Anteil der Hunde an dieser Leistung  nicht gering einzuschätzen ist.

Im bereits halbdunklen Wäldchen kam eine Frau mit einer Horde Hunde auf mich, den Läufer, zu, vorneweg ein schwarzes, zotteliges Ungeheuer mit heraushängender Zunge. Bleiben Sie nicht stehen, rief die Frau, laufen Sie einfach weiter!

Mach ich doch, sagte ich.

Jut, lobte die Frau. Dieses berlinische Lob gefiel mir nicht, auch wenn ich für Lob durchaus empfänglich bin. Es war mir aus dem Mund einer Fremden zu vertraulich. Ich lass mich auf meiner Laufstrecke überhaupt nicht gerne stören.

Und wenn wir schon mal beim Laufen sind. Wie schaffen wir es, jeden Tag auf die Piste zu gehen, egal, wie wir uns fühlen, gleichgültig, wie das Wetter sich aufführt.

Ist es Willensstärke oder die Macht der Gewohnheit? Mir ist bekannt, dass die Macht der Gewohnheit einen schlechten Ruf hat und allgemein den Spießbürger erkennen lassen soll. Ich sehe das anders. Kann über die Macht der Gewohnheit viel Gutes sagen. Du lieber Himmel: Jeden Tag Willensstärke zeigen, wie soll das gehen! Aber wenn das tägliche Laufpensum einmal in Fleisch und Blut übergegangen ist, wenn wir es im Geist und in den Knochen verewigt haben, dann ist es beinah schwerer, nicht zu laufen als zu laufen. Und was haben wir davon: Wir fühlen uns fitter. Wir sagen nicht, dass unser Bauch verschwunden ist, wir sagen: Unser Sixpack trägt nicht mehr so auf wie früher. Es geht nicht um Medaillen oder Rekorde, es geht um Schadensbegrenzung, es geht um unser Spiegelbild in den Schaufensterscheiben, die Macht der Gewohnheit ist unser Verbündeter.

Hunde aus der Nachbarschaft

Lauter Nachbarn

Lauter Nachbarn

Am Fenster. Jetzt unterhalten die sich wieder über ihre Hunde. Der eine Hund schnuppert am Hintern des anderen. Dann entdeckt er die Katze und läuft auf sie zu. Die Frauen lächeln verzückt.

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Zwei kleine Mädchen gehen mit ihrem winzigen Hund am Nachbar-Grundstück vorbei, der Hund des Hauses beginnt zu kläffen, der Winzling kläfft zurück. Komm her, Rambo, rufen die Mädchen, komm her. Wie heißt der Hund, frage ich. Rambo, sagen die Mädchen mit früher Selbstironie. Das kann nicht wahr sein, sage ich. Dieser kleine Hund?

Der kleine Hund scheint im Bell-Duell mit dem Nachbar-Hund die Oberhand zu behalten. Er trägt seinen Namen nicht zu Unrecht, sagt das eine der Mädchen mit leisem Nachdruck.

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Na, führt Ihr Hund Sie wieder aus? Jawoll. Was soll er auch machen, wenn Sie mal müssen.

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Vor dem Park. Das große Treffen der Hundehalter. Acht oder neun Personen. Jede möchte den anderen zeigen, wie gut er seine Bestie erzogen hat.

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Am Fenster. Gerade seh ich eine ziemliche naturbelassene Frau mit fünf Hunden aus dem Wäldchen kommen. Vier sehr schlanke, wahrscheinlich Windhunde, an Leinen geführt und alle mit einem wärmenden Überwurf versehen. Leinenlos trottet ein kleiner, dicker Hund in großem Abstand hinterher. Niemand kümmert sich um ihn. Und eine Decke hat ihm auch niemand übergeworfen. Warum nicht? Wärmt den Außenseiter das Fett?

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Ich bin beim Häckseln und fahre plötzlich zusammen. Ein mörderischer Krach hinter mir. Der kleine Hund von nebenan tritt als Bestie auf. Ich rufe ihn zur Ordnung und jage ihn weg. Aber kaum bleibe ich stehen, bleibt er auch stehen und glotzt mich böse an. Wenn ich weggehe, läuft er aggressiv hinter mir her. Wenn ich auf ihn zugehe, läuft er wieder weg. Er ist gleichzeitig feige und aggressiv. Ein total falsch erzogener Hund. Irgendwann taucht zwergenhaft der alte Nachbar auf, der auch Mühe hat, irgendwas bei dem Mistvieh zu erreichen. An eine Entschuldigung denkt er natürlich auch nicht.

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Vor meinen Fenstern gab es hier eine äußerst sportive Frau. Sie hatte auch einen sportiven Mann, sie kamen zusammen aus dem Wäldchen, offenbar waren sie lange gejoggt, und nun machten sie im Gehen noch einige sehr spezielle Dehnübungen; dabei lachten sie und waren glücklich. Man sah deutlich, dass die Frau der treibende Keil war; sie war noch fröhlicher als der Mann und ihre Bewegungen waren noch dynamischer.

Jetzt ist der Mann weg, spurlos verschwunden. Die Frau geht jetzt mit einem Hund; den Sport lässt sie weg, das Gesicht ist grau und missmutig, die Haltung gebeugt. Ein Hund kann viel, aber nicht alles.

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Im Einsatz für die Frauen

Berlin Alexanderplatz. Zwei Fäulein und viele, viele Russenmützen

Berlin Alexanderplatz. Zwei Fäulein und viele, viele Russenmützen

Die deutsche Sprache weist einige Ungerechtigkeiten mit Diskriminierungspotential auf. Im Moment meine ich das Wort „Fräulein”. Nenne mir jemanden, der, äh, die so angesprochen werden möchte. Zeige mir jemanden, der das Wort verwendet und es nicht verletzend meint. Das Fräulein ist laut Duden eine unverheiratete weibliche Person. Die meisten weiblichen Personen möchten nicht unbedingt verheiratet sein, aber Fräulein wollen sie trotzdem nicht genannt werden. „Im ersten Stock wohnt ein älteres Fräulein”, vermerkt das Stilwörterbuch als Beispiel. Oder: „Gegenüber wohnen nur zwei ältere Fräulein.” Das Synonymwörterbuch erläutert: „Bei der Anrede für eine erwachsene weibliche Person sollte, unabhängig von Alter und Familienstand, immer Frau statt Fräulein gewählt werden. Die Anrede Fräulein ist nicht mehr üblich, es sei denn, die angesprochene Frau wünscht diese Bezeichnung selbst.”Das ist ja schon ein Fortschritt. „Auch als Anrede für eine Serviererin sollte Fräulein vermieden werden. Die vorgeschlagene Ausweichbezeichnung Frau Ober hat sich bisher allerdings kaum durchgesetzt”, bekennt das Wörterbuch. Ein Fräulein beklagt sich bitter, in diesem Kästner-Titel ist die ganze Zimperlichkeit enthalten. Empörend finde ich, dass es kein Gegenwort zu Fräulein gibt. Ein Herrlein beklagt sich bitter. Das wäre gerecht. Herrlein als Ausdruck für eine unverheiratete männliche Person. Im ersten Stock wohnt ein älteres Herrlein. Gibt’s aber nicht. Schreit zum Himmel. Es existiert jedoch, kann man mir entgegenhalten, das Wort Herrchen. Ja, aber nur im Zusammenhang mit Hunden. Sowas zählt nicht.

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Vergiss die Hunde nicht

„Die Sonne schien, und es gab keine schönere Stadt auf der Welt.” Tangermünde 2006 © Christian Brachwitz

„Die Sonne schien, und es gab keine schönere Stadt auf der Welt.” Tangermünde 2006
© Christian Brachwitz

Auf den ersten Blick wohnen in Tangermünde mehr Hunde als Menschen. Und ein Hund beißt schon mal in die Hand, die ihn füttert. Man ist gern elegant in Tangermünde. Es gibt dort viele Sonnenbrillen, Handys, Graffiti-Künstler und Straßenlaternen. Auf den ersten Blick gibt es in Tangermünde auch mehr Sonne als Schatten. Die Stadt liegt genau an der Stelle, wo der oder die Tanger in die Elbe fließt. Zur Zeit ist dort Hochwasser.

Vor vielen Jahren tigerten wir durch die Stadt, Brachwitz und ich. Die Reportage, die wir dann für „Das Magazin” machten, hieß „Abwesenheit von Größe”, ein Titel, den uns einige Tangermünder übelnahmen, wobei ich Abwesenheit von Größe ganz sympathisch finde. Über das gotische Rathaus sagte der Bürgermeister: Das ist auch im Lexikon drin. Meine Erinnerung an Tangermünde ist blass. Ich erinnere mich an schöne Fachwerkhäuser, turmähnliche Tore und drei Kilometer mittelalterliche Stadtmauer. Und an die große Brücke über der Elbe. Ganz in der Nähe, in Schönhausen, ist Bismarck geboren, der Eiserne Kanzler. Am deutlichsten erinnere ich mich aber an den Wettbewerb „Bester Athlet der Altmark”. Neben den kurzen, muskelbepackten Kraftsportlern der Altmark nahm auch ein in Stendal tätiger farbiger Kubaner an dem Wettbewerb teil. Als er die Bühne betrat, brandete wie ein Naturereignis Beifall auf, allein für die vollkommene Schöpfung dieses Körpers. In der Disziplin Bankdrücken hatte der Kubaner arge Schwierigkeiten, er schaffte die Hantel erst im dritten Versuch und konnte naturgemäß nicht bester Athlet der Altmark werden.

„Du bist auch so ’ne Null”, sagte ein Betrunkener hochnäsig zu einem Bürger, der nicht wusste, wie Bayern München gespielt hatte. „Mein Vater ist ein Sachse”, gestand ein Achtjähriger seinem Spielkameraden. „Ich spreche dir drei Monate aus”, sagte der Türsteher der Disko einem Mädchen. „Ich trink kein Bier mehr”, sagte ein Eisenbahner, „mich bringense mal ’n Most.”

Soweit Tangermünde. Tausendjährige Kaiserstadt. Gehst du flanieren, vergiss die Hunde nicht.

Ich kann IKEA nicht böse sein

Dezember 21, 2012 1 Kommentar
Dank Christo: In Berlin wird wieder kunstvoll verhüllt. Nicht immer finden sich attraktive Objekte

Dank Christo: In Berlin wird wieder kunstvoll verhüllt. Nicht immer finden sich attraktive Objekte

Bis 14 Uhr gehört der Supermarkt den Rentnern. Sie zeigen das sehr deutlich, kaum dass sie Jüngere dulden mögen auf ihrem Terrain.

Arzttermin. Der Tag ist gleich mal versaut. In der Tram zwei Jugendglatzköpfe, die auch mitten im harten Winter nicht ohne, ich sag mal: modische, Sonnenbrille im Haar auskommen, der blendende Schnee liefert das Alibi. Der Hals ist dicker als der Kopf. Im Wartezimmer sitzt das Alter und hofft auf Zuspruch und Rezepte. Außerdem ein schüchterner Jüngling, ein aufgeweckter Geschäftsmann, der, wenn er nicht gerade quatscht, seinen Terminkalender durchforstet, und ein kultivierter Schöngeist, der Karten für das Schlossparktheater an die Schwestern verteilen möchte. Eine ältere Dame, deren Mutter im Krankenhaus liegt und niemanden mehr an sich ranlässt. Sogar die Insulinspritze lehnt sie ab. Ob nicht Frau Doktor da was machen kann. Der Fall verlängert die allgemeine Wartezeit. Ultraschall, EKG, Blut, Urin. Vorerst keine Befunde. Später stellt sich heraus, dass der Natriumgehalt zu niedrig ist. Mehr Salz. Wat denn, wat denn! Soll man jetzt das Salz mit dem Esslöffel reinschaufeln? Das kann doch auch nicht gesund sein. Anschließend IKEA Landsberger Allee. Erstmal ins kantinenartige Restaurant. Köttbullar oder so ähnlich, Fleischbällchen, Kartoffelpüree und Preiselbeeren. Essen wie die Schweden. Ein älterer Herr erläutert allen Unberatenen die Bedienung der Kaffee-Automaten, er ist als Anwohner wohl jeden Tag bei IKEA und stolz, dass ihn die Mitarbeiter bereits grüßen. Immer gesellig hier, seit IKEA da ist. Große Familien ziehen durch das weiträumige Gebäude, ich nehme an, dass sie die Familiencard besitzen und von etlichen Vergünstigungen profitieren. Im schwedischen Duz-Sound wird dem Besucher das Verhalten in der IKEA-Welt nahegebracht. Lauter brüder- und schwesterliche Aufforderungssätze. Ich finde zwei Lampen. Erkundige mich, um nicht die falschen Glühbirnen mitzunehmen. An den Kassen stellt sich heraus, dass die Familien ein buntes Chaos an Waren in ihre Wagen gelegt haben, völlig unstrukturiert. Ich gestehe, dass ich IKEA aus mir nicht zugänglichen Gründen nicht übelnehmen kann, dass sie früher ihre Möbel auch von DDR-Häftlingen anfertigen ließen. Fertig.

Immer noch entdecke ich an meinen Wänden die Spuren erschlagener Mücken.

Der Schnee bringt es an den Tag. Das Wäldchen zwischen Siedlung und Trabrennbahn, am Rande der Wuhlheide, ist weniger idyllisch, als wir dachten. Überall im Schnee zeichnen sich gelbe Urininseln ab, meine Güte, besteht diese Welt nur noch aus Hunden?! Und haben diese Hunde nichts anderes in der Birne, als sich auszuschiffen?  Außerhalb des Winters sehen wir diese Flecken nicht, aber sie sind da. Was atme ich da für eine Luft ein beim Joggen? Früher hausten gleich hinter dem Wäldchen die Russen. Ja, wir sind hier in Berlin-Karlshorst. Vielleicht gab es deshalb so viele Birken. Kann sein, dass die Russen Schößlinge und Samen mitgebracht haben, damit sie sich ein wenig zu Hause fühlen. Das Birkenwäldchen. Als die Russen, nach der deutschen Vereinigung und dem endgültigen Ende der Nachkriegsperiode, nach Hause gingen, sollen sie noch habvolle Kaffeetassen zurückgelassen haben. Halbvolle Wodkaflaschen eher nicht. Aber Haustiere, die verwilderten oder auch nicht. Ein Aufbruch ins Ungewisse ist letzten Endes immer überstürzt. Die Birken werden mehr und mehr zurückgedrängt. Die Forstleute schätzen, glaube ich, die Birke nicht. Nun haben wir also kein Birkenwäldchen mehr, sondern ein Pisswäldchen.

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