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Archive for the ‘Fakes’ Category

Ein schrecklicher Verdacht

Wird er Putin um Hilfe bitten?

Wird er Putin um Hilfe bitten?

Scheiße, Wandertag. Die Bahnen total überfüllt. Die Mädchen geben mit ihren Smartphones an, die Jungs (Zehnjährige) mit ihren Karriereplänen: Abitur machen, Studieren, Ausland. Ab Tierpark bin ich plötzlich unter Russen, und in Hellersdorf dann erst recht. Dem routinierten Medienopfer, das ich bin, kommt ein schrecklicher Verdacht in den Sinn. Was passiert, wenn diese Russen auf die Idee kommen, sich in Deutschland unterdrückt zu fühlen und Putin um Hilfe bitten? Ja, was, wenn Putin diese Aktion von langer Hand vorbereitet hat, und seit Jahren immer mehr Russen nach Deutschland schickt, die sich hier ansiedeln, um dann – siehe Krim? Will der Russe (Putin) nicht nur die Ostukraine, sondern auch Deutschland? Haben wir den Russen alle unterschätzt?

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Kaum bekannt

Der Unterschied liegt in der Differenz

Der Unterschied liegt in der Differenz

Was man bisher zu wenig beachtet und erforscht hat: In der DDR wurden, prozentual gesehen, drei Mal so viel Geschlechtsumwandlungen vorgenommen wie in der alten Bundesrepublik. Noch bemerkenswerter, dass es fast ausschließlich Männer waren, die sich zu Frauen umoperieren ließen; umgekehrt kam so gut wie gar nicht vor.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Frauen damals mit 60 Jahren in die Rente gehen konnten, die Männer erst mit 65 Jahren.

Wir dürfen weiter nicht vergessen, dass die DDR-Rentner in den Westen reisen durften, was anderen DDR-Bürgern nur in Ausnahmefällen möglich war.

Wir weigern uns jedoch, daraus einseitige Schlussfolgerungen zu ziehen.

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Und noch ein Patent

April 17, 2013 1 Kommentar
Der Umhängebart (rechts) macht Sinn © Duden.Bilderwörterbuch. Bibliographisches Institut.

Der Umhängebart (rechts) macht Sinn
© Duden,Bilderwörterbuch, Bibliographisches Institut

Wie kann der Mensch sein Gewicht halten oder wie kann er gar abnehmen, ohne sich Prozeduren unterziehen zu müssen wie Fett absaugen oder Diätkuren, die doch immer auf den JoJo-Effekt hinauslaufen? Ein Gang zum Ernährungsberater kann nicht schaden, auch wenn der Ausgang ungewiss bleibt.

Meine Methode, die ich gerade zum Patent anmelde, beruht auf Lebenserfahrung und Beobachtungsgabe, etwas, das jedem Menschen zur Verfügung steht.

Ich greife zurück. Auf unserer Arbeitsstelle saßen wir mittags an einem langen Tisch beieinander, das gesamte Team, Tag für Tag, unter uns der cholerische Kollege Sauerbach, mittelgroß bis klein, temperamentvoll bis leicht erregbar, und obwohl seine konstitutionellen Voraussetzungen, wie man sehen konnte, keineswegs günstig waren, nahm er selbst bei bestem Appetit nicht zu, es blieb bei einem leichten, nicht unsympathischen Übergewicht.

Wie konnte das sein?

Wer genau hinblickte, kam dahinter. Sauerbach war Bartträger, und die Hälfte der Mahlzeit erreichte nicht seine Mundhöhle, sondern blieb in den Untiefen seines Barts hängen, wo es sich anpasste, sich kompostierte oder einfach herunter fiel. FdH. Sauerbach fraß die Hälfte, ohne dessen innezuwerden.

Und das ist mein Patent. Bart gegen Übergewicht.

Das Patent sei sexistisch, wird mir entgegengehalten. Frauen seien von seinen wohltätigen Wirkungen ausgeschlossen. Nicht doch. In gut geführten Apotheken und Drogerien, teilweise auch schon in Bio-Märkten, wird der formschöne Hans-Werner-Sinn-Umhängebart angeboten. Den verstaut frau in der Handtasche und bindet ihn vor den Mahlzeiten um. Anschließend empfiehlt sich sorgfältiges Auskämmen.

Damit ist das Patent wasserdicht. Jeder kann danach leben und schlank bleiben.

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„Manche sind kaum zu stoppen!”

© Fritz-Jochen Kopka

Nicht jede moderne Schule sieht auch schon modern aus

Erstaunlich, dass eine Versuchsreihe im deutschen Bildungswesen, die im Frühsommer in den Bundesländern Berlin, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gestartet wurde und zwar mit beachtlichem, wenn auch, wie wir meinen, erwartbarem Erfolg, bis zum heutigen Tag so gut wie unbeachtet blieb.

Die Gremien gaben schweigsamen, verstockten oder weitgehend stummen Schülern die Chance, ihre Prüfungen mit dem Handy zu absolvieren. Prüfer und Prüfling sitzen in benachbarten Räumen, der Prüfling selbstverständlich unter Aufsicht einer Vertrauensperson. Der Prüfling gibt die Nummer der Prüfungskommission ein, die Kommission begrüßt den Schüler, stellt das Thema und die Fragen und das Wunder geschieht. Schüler, die in der Vergangenheit der Prüfungssituation einfach nicht gewachsen waren und kein Wort über die Lippen brachten, sehen sich durch das technische Hilfsmittel Handy in der Lage, die Fragen der Prüfer fließend zu beantworten. Wir erkennen unsere Schüler nicht wieder, sagte ein Direktor aus Sachsen-Anhalt, manche sind kaum zu stoppen. Das Mobiltelefon löst ihnen die Zunge.

Durch den unerwarteten Wortschwall der Schüler verlängerten sich die Prüfungszeiten erheblich. Aber das, so der Direktor aus Sachsen-Anhalt, ist ein Umstand, den wir gern in Kauf nehmen. Die Punktzahlen der Schüler haben sich erheblich verbessert. Wir erwarten nun Anmeldungen von Schülern aus anderen Bundesländern, die sich nicht zu dieser Maßnahme entschließen können, wenn das auch nicht Sinn dieser Testreihe sein kann. Aber Bildung ist nun mal Ländersache.

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UEFA handelt schnell und innovativ

Auch wenn er sich gegen die Torkamera und den Chip im Ball ausspricht, ist UEFA-Präsident Michel Platini weit weniger konservativ, als ihm allgemein nachgesagt wird. So hat er jetzt zum Beginn der Viertelfinales in aller Stille und Sachlichkeit eine Innovation durchgesetzt, die man wohl sensationell nennen darf. Die acht Gruppenersten dürfen sich bei ihren ausgeschiedenen Gruppengegnern jeweils zwei Kicker ausleihen, die sie im günstigsten Fall bis zum Finale beschäftigen können. Dabei ist eine Ausleihsumme von 500 000 € pro Spieler für die Gebernation im Gespräch. Die Gage des Spielers ist verhandelbar und wird nicht pauschal, sondern pro Einsatz gezahlt. Damit werden die zum Teil relativ festgefahrenen Formationen noch einmal aufgemischt und neu belebt. Für die Tschechen ist zum Beispiel der Pole Robert Lewandowski ein heißer Kandidat, die Griechen liebäugeln mit den Russen Andrej Arshawin und Alan Dsagojew. Unmut macht sich bei den Deutschen breit. Einerseits soll sich Mario Gomez scharf gegen eine Ausleihe der Niederländer Robin van Persie und Klaas Jan Huntelaar  ausgesprochen haben, andererseits fürchtet man eine unverhältnismäßige Verstärkung des Viertelfinalgegners Griechenland. Gelassen bleibt allein Bundestrainer Jogi Löw: Ich sag mal, das kann man alles machen, wie man alles machen kann, ich sag mal so, mein Team ist stark genug, auch gegen eine Europaauswahl zu bestehen, der, sag ich mal, ja auch das Feintuning, das für uns ganz oben steht auf der Agenda, fehlen würde.

Ungeteilt ist die Freude über die Neuerung bei Michel Platini. Es wird noch nicht jeder bemerkt haben, sagt der Franzose, aber die Sache hat doch einen großartigen Nebeneffekt. Wir brechen hier ganz elegant die starren nationalen, um nicht zu sagen: nationalistischen Fronten auf und beleben, gerade in schwierigen Zeiten, den gesamteuropäischen Zusammenhalt.

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Innovationen in Tierpark und Zoo

© Fritz-Jochen Kpka

Noch wird befürchtet, dass viele Tiere mit ihren neuen Freiheiten partout nichts anzufangen wissen

Im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde soll jetzt vielen der einsitzenden Tiere offener Vollzug zugebilligt werden. Diese sich durch eine, wenn nicht gute, so doch wenigstens unauffällige, Führung auszeichnenden Tiere können die Anstalt am Tag verlassen und ein relativ freies Leben führen, um dann am Abend wieder einzurücken und die Nacht in der Anstalt zu verbringen. Der Tierpark befindet sich in einer harten Konkurrenz zum Berliner Zoo, dessen Leitungspersonal die Innovation der (Ost-)Berliner Kollegen denn auch heftig kritisierte, von einem gefährlichen Populismus sprach und sich seinerseits mit aller Entschiedenheit gegen solche Maßnahmen aussprach. Dennoch hält sich das Gerücht, dass im Gegenzug für zahlreiche vorbildliche Zoo-Tiere der Heimschläfer-Status eingeführt werden soll, wenngleich damit eine Unmenge logistischer Probleme aufgeworfen wird.

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Der herrliche 1. April der FAS

… und am Ende war die Welt ein einziger Aprilscherz

… und am Ende war die Welt ein einziger Aprilscherz

Für die Redakteure der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist der 1. April der wichtigste Tag des Jahres. Sie haben die komplette erste Seite ihres Blattes mit Aprilscherzen bestückt. Man kennt diese plötzlich ausbrechenden euphorischen Stimmungen auf Redaktionskonferenzen, wo ein vermeintlicher Einfall den anderen jagt und die Mitarbeiter sich in ihrer kreativen Phantasie baden (ohne nass zu werden).

Der beste Einfall ist noch die Meldung, dass die Nachfahren Galileo Galileis (1564 – 1642) den Vatikanstaat auf eine Entschädigung von 750 000 € für das indizierte Buch „Dialog über das ptolemäische und kopernikanische Weltbild” verklagen. Das erzählt schon noch was von der Gier und der Unvergessbarkeit unverdienter Guthaben.

Der Aufmacher der Seite trägt den Titel „Große Ehrung für Altbundeskanzler”. Die Milchstraße soll in Schmidtstraße umbenannt werden. Die UN-Vollversammlung werde das beschließen. Ein Einfall, der jeglichen Witzes entbehrt. Man fragt sich, was die Leute in dieser Konferenz getrunken haben oder ob sie wirklich so bieder sind. Peinlich, peinlich. Und nun kommt eins hinzu. Derart eingestimmt erscheint einem die komplette Zeitung unglaubwürdig und die Medien überhaupt. Auf Seite drei nämlich richtet die Troika der SPD einen Appell an Europa. Sie, die Troika, will die Demokratie retten, die durch die Finanzkrise bedroht ist. Warum ausgerechnet diese Troika, die es nur gibt, weil die SPD keine Führungsfigur findet? Der aberwitzige Besserwisser, der unfehlbare Amtsschimmel und der ungemütliche Dicke, die sich sowieso nicht grün sind, als europäische Heldengestalten? Das ist wahrlich schlecht ausgedacht. Aber wahr. Im Feuilletonteil fordert Ines Geipel, Katastrophenforscherin und Missvergnügte, den Reporter auf: „Sie müssen, wenn Sie an mich denken, an einen sehr glücklichen Menschen denken.” Das ist doch ein Witz. Was soll ich mit einer Zeitung, die nicht müde wird, sich Qualitätszeitung zu nennen, noch anfangen, wenn sie derart ungefiltert einen Camus-Abklatsch wiedergibt? Und schließlich noch, bezogen auf die Amokläufer der jüngeren Geschichte, das Die-anderen-sind-Schuld-Schema bedient, indem sie Geipel wie folgt zitiert: „Diese Jungs sind keine Monster… Sieht man sich die Dokumente an, zeigt sich, dass diese Amokkinder alle an ihren Schulen handfest gemobbt wurden.” Und das ist dann, alles in allem, der herrliche 1. April der FAS: Was können  wir denn dafür, wenn uns so was erzählt wird! Was können wir denn dafür, wenn uns so was einfällt! Was können wir denn dafür, wenn wir nicht ganz so gut sind, wie wir immer dachten!