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Als der Regen stoppte

Wie weiter im April 2017 – vor dem Hamburger Bahnhof in Berlin
© Fritz-Jochen Kopka

Das war 2017: April, Mai, Juni

Endlich konnte ich mir den Wunsch eines eigenen Hundes erfüllen. Mein Körper ist weniger deformiert als mancher andere. Familienszenen auf der Straße. Alles kreist um das Baby auf Opas Schultern. Uroma wie Napoleon, der noch nicht weiß, dass die Schlacht verloren ist. Das Altern vor dem Fenster. Sprengstoffanschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus. Mannschaft in Schockstarre. Rentner blockieren mit ihrer Umständlichkeit Kassen und Eingänge und lassen sich gar nicht stören. Mit Fotografieren kann ein Fotograf nicht mehr überleben; er muss alle nur denkbaren Nebengeschäfte machen. Männer haben kein Talent zur Sorge. Ich bin 73. Mit Idioten will ich nichts mehr zu tun haben. Er überreichte jeder Dame einen Schokoladenosterhasen und verabschiedete sich. Die erste Pflegerin war depressiv und verqualmte das Haus, die zweite war Alkoholikerin. Die Wiederkehr des ewig Gleichen. Menschen, die jeden Tag vorbeigehen, auf die immer gleiche Art, was regt mich daran auf? Dass sie ein Beispiel geben für die Unveränderlichkeit der Welt, des Lebens, des Menschen.

Bei mir führt alles zu nichts (seit einiger Zeit). Ich hab mich schon daran gewöhnt. Auf dem Weg lag ein toter Vogel mit blutiger Kehle. Er liebte seinen Garten, weil der ihm vielfältige Möglichkeiten bot, Lärm und auf sich aufmerksam zu machen. ESC. Die deutsche Performance hat mich verstört. Da stand ein überglückliches Kind aus dem Wirtschaftswunderland und erzählte den Menschen aus den weniger glücklichen Nationen vom perfekten Leben. Es ist die Zeit des Goldregens und des Flieders. Du siehst wohl keine Tiersendungen? Ich sehe Sportsendungen, das ist vergleichbar. Schwangere Männer: Im Alter kann das gelingen, zumindest dem äußeren Anschein nach.

Als der Regen stoppte, gingen wir raus und kauften ein Prinzeneis. Klemperer hatte keine Lust mehr, dominiert zu werden. Was er in Druck gab, hatte er so gemeint, Wort für Wort. Wenn „kleine Retuschen” angebracht werden sollten, witterte er sofort Stalinismus. Zeitung lesen im Wind – da sind Könner gefragt. Niemand hat die Absicht, ernsthaft etwas gegen seinen chronischen Husten zu unternehmen. Nadal spielte wie der Leibhaftige. Die Technik macht, was sie will. Ich möchte, dass dieser ganze technische Dreck wieder rauskommt aus meinem Haus. Raus. Frauen beanspruchen die Hoheit über den Kleiderschrank ihrer Männer. 240 Patienten in der Reha-Klinik. Die meisten sind Kur-Profis, stark übergewichtig, immer bereit, hohe Ansprüche zu stellen und sich nicht zu bewegen. Das steht mir zu. Der häufigste Satz. Ab Mittag Konsum von Vorabendserien. Ehemann hört Ehefrau beim Husten zu. Sonnabend um sechs. Ein Fuchs stolziert über den Campus der HTW. Wir sehen ihn nicht das erste Mal. Alles ganz normal.

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