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Wir armen Hansa-Rostock-Schweine …

Eine frische Brise
© Kopka

… sind erst mal beruhigt, nachdem wir schon das Schlimmste erwartet hatten. Vom alten Team sind nur noch Restbestände geblieben. Der beste Torschütze, die letzten Identifikationsfiguren, die Good Boys und die Bad Boys – alle weg. Einigen weinte man, wie man so schoflig sagt, keine Träne nach, anderen schon. Der neue Trainer sollte es richten, Pavel Dotchev, der so sanfte, zuversichtliche, ungemein beruhigend wirkende Bulgare. Einige Spieler, die er halten wollte, konnte er nicht halten, einige Spieler, die er holen wollte, wollten nicht zu Hansa. Und doch haben wir wieder eine Mannschaft. Dotchev erinnerte, vielleicht unfreiwillig, an das erfolgreiche Pagelsdorf-Prinzip: Hole junge, hungrige Spieler von unten; keine satten, verwöhnten von oben. Gleichviel: In den Testspielen wurde uns armen Hansa-Rostock-Schweinen mulmig zumute: Das war wieder mal Dorffußball wie im Schlafwagen, kein Tempo, keine Ideen, dafür viele Fahrlässigkeiten und Fehlpässe. Wer, fragen wir armen Hansa-Rostock-Schweine in großer Sorge, soll unsere Tore schießen? Marcel Ziemer hat das Glück des Goalgetters verlassen und mit dem Glück auch das Selbstbewusstsein. Soufian Benyamina ist noch immer nicht so richtig bei uns angekommen. Wer soll unsere Torchancen herausspielen? Wer kann Freistöße verwandeln? Wir wissen nur, wer hinten dicht machen kann. Oliver Hüsing ist zurückgekommen, der schon mal eine halbe Saison bei Hansa verteidigt hat. Da haben wir sofort ein gutes Gefühl. Im letzten Übungsspiel gegen den Erstligisten aus Wolfsburg verkaufen wir uns ganz gut, haben zwar keine echte Torchance, lassen aber auch nur ein Gegentor zu. Und nun geht’s im ersten Pflichtspiel zu den Sportfreunden Lotte, die uns als Aufsteiger in der vergangenen Saison alle Punkte abgeknöpft haben. Die Lotter-Buben haben allerdings ihren charismatischen Trainer an den VfL Bochum verloren, nicht aber ihre robust-raffinierte Spielweise. Sie gehen ordentlich zur Sache, aber wenn sie Gefahr laufen, den Ball zu verlieren, lassen sie sich so dramatisch fallen, dass sie den Freistoß kriegen. Wir armen Hansa-Rostock-Schweine sehen, dass unsere junge, unerfahrene Mannschaft durchaus eine Ordnung im Spiel hat. Man weiß ungefähr, was man kann, man weiß auch ziemlich genau, was man nicht kann. Und plötzlich kriegen wir einen Elfmeter. Willi Evseev ist im Strafraum der Lotter-Buben mehr oder minder umgerissen worden. Den Elfer gibt nicht jeder Schiedsrichter, aber gegen uns sind einige solche Strafstöße gepfiffen worden, wir müssen uns nicht schämen. Soufian Benyamina läuft so an, dass man nicht sieht, mit welchem Bein er schießen wird. Er haut den Ball mit rechts rein, ganz souverän. Unser Selbstbewusstsein wächst, reicht aber nicht aus, um einen Konter mal sauber und kalt auszuspielen. Am Ende haut unser Einwechsler Bryan Henning den Ball aus 50 m ins Tor. 88. Minute. 2:0. Nichts brennt mehr an. Lange her, dass wir armen Hansa-Rostock-Schweine mit einem Erfolg in die Saison gestartet sind.

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