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Fröhlich sein und Äpfel

Die alten Leute und die neue Zeit, hier 1981
© Christian Brachwitz

Wir lebten im Grünen. Die Omas und die Enkel durften zu Hause bleiben. Alle anderen: Arbeit oder Schule. Das Grüne im Grünen reichte nicht. Wir brauchten auch noch ein Blumenfenster, das könnte man aus heutiger Sicht fast ein Objekt nennen, eine Skulptur. Die Oma war immer warm angezogen; richtig gesund war sie nicht mehr. Eine solche Oma würde heute viel jünger aussehen und sich viel schicker anziehen; gesunder wäre sie auch. Heute gibt sich eine Oma nicht so früh auf. Sie müsste dem Enkelkind, das ihr Ein und Alles ist, auch nicht aus der „FRÖSI” vorlesen. Frösi – die „Fröhlich sein und Singen”. Ich erinnere mich, die erste Nummer dieser neuen Kinderzeitschrift habe ich damals gekauft und dann keine mehr. In der „Fröhlich sein und singen” waren mir einfach zu viel Noten drin, sie nahmen das sehr ernst mit dem Singen. Und ob die Oma gerne aus der Frösi vorgelesen hat, wage ich auch zu bezweifeln; die Geschichten, die darin enthalten waren, entsprachen womöglich nicht ihrer Erfahrung und nicht ihrer Anschauung vom Leben, vielleicht kränkelte sie auch deshalb ein bisschen. Die alten Leute kamen mit dem neuen Leben in der DDR nicht mehr über einen Kamm. Und die Enkel mühten sich mit den viel zu großen Äpfeln ab.

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