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Liebe Nachbarn, böse Nachbarn

Sensationen in der Nachbarschaft

Im Supermarkt stehen Frauen in Zweiergruppen und reden vom großen Regen. Es strömte von allen Seiten in den Keller, wir waren alle unten und haben geschöpft und geschöpft, bis in die Nacht, die Feuchtigkeit ist sogar in einige Wohnungen gedrungen.

Im Deutschlandfunk Kultur, wie sie sich jetzt nennen, reden sie über das Thema Nachbarschaft. Wir wohnen in einer kleinen Straße mit kleinen Häusern und respektierten Zäunen, sagt ein Hörer. Dann kam der große Sturm, der machte vor den Zäunen nicht halt, einige Bäume fielen um. Wir haben uns gegenseitig geholfen, seitdem haben wir eine gute Nachbarschaft.

Ganz anders bei der Frau, die des Nachts die Strahler störten, die die Nachbarn an ihrem Haus angebracht hatten. Nachdem sie das thematisierten, durfte ihre Katze nicht mehr den Garten des Nachbarn betreten. Sie hat es der Katze gesagt, aber die Katze macht, was sie will. Ja, sagt der Experte im Studio und kann sich ein Lachen nicht verkneifen, Katzen hören nicht. Er weiß auch nicht, wie man sich da einigen soll. Vielleicht die Strahler des Nachbarn akzeptieren.

In Deutschland verzweifeln viele Leute an ihren Nachbarn. Ich bin selbst versucht, zum Hörer zu greifen. Überall spielen sich diese Dramen ab, aber bei mir ist alles bestens. Ich habe Gründe, mit meinem Nachbarn nicht mehr zu reden, ja, ich grüße ihn nicht mal mehr. Daraus folgt, dass wir uns blendend verstehen. Es gibt niemals Streit. Mehr Harmonie geht nicht. Man muss nur zu schweigen verstehen.

Es geht auch anders. Meine Nachbarin zur Linken hat ein Paket für mich in Empfang genommen. Ich hole es ab und kriege jede Menge Infos über den Hund des Hauses. Ungefragt natürlich. Der Hund hatte es im Rücken, weil er immer die Garageneinfahrt runtersprang. Deshalb wurde die mit einem Drahtzaun abgesperrt. Und die Treppe zum Eingang, nun, da wurde eine Rutsche angebaut, weil dem Hund wegen des Rückens das Treppenhinabundhinaufsteigen schwer fällt. Bauen Sie ruhig das ganze Haus um für den Hund. Erst der Hund, dann der Mensch, sage ich. Na ja. Mit dieser Interpretation ist die tüchtige Nachbarin auch nicht ganz einverstanden. Im übrigen hat sie Mühe, das Paket für mich herauszufinden. Sie hat mehrere Sendungen in Verwahrung genommen, womöglich für die ganze Straße. Da böte es sich doch an, eine Filiale der Deutschen Post in ihrem Haus einzurichten. Das wäre ein echtes Geschäftsmodell. Brächte Geld und Anerkennung.

 

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