An Karl-Heinz

Nach der Niederlage und dem Ausscheiden des FC Bayern München im Viertelfinale der Champions League gegen Real Madrid hielt Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge vor dem abschließenden Bankett eine leidenschaftliche Ansprache. Dabei gibt folgende Passage zu denken: „… ich muss sagen, ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie wahnsinnige Wut in mir. Wut, weil wir beschissen worden sind. Wir sind beschissen worden heute Abend, im wahrsten Sinne des Wortes!”

Beschissen worden kann gut sein, Sportfreund Rummenigge, aber beschissen worden im wahrsten Sinne des Wortes? Ich habe weder an Ihrem noch am Anzug irgendeines anderen Bayern-Kickers oder -Funktionärs Spuren von Kot entdecken können. Auch habe ich niemanden mit heruntergelassener Hose herumlaufen sehen, was ja erst mal die Voraussetzung wäre, um jemanden anscheißen zu können im wahrsten Sinne des Wortes. Rede und Sachverhalt stimmen hier nicht überein. Also, wenn Sie, Sportfreund Rummenigge, manchmal nicht so recht wissen, was sie sagen, holen Sie sich doch professionelle Unterstützung. Wir helfen gern.

 

  1. Mai 4, 2017 um 6:23 pm

    Endlich sagt’s mal jemand. Mir fällt auch auf, daß die Wendung „im wahrsten Sinne des Wortes“ immer häufiger benutzt wird, obwohl es überhaupt nicht passt. Die Leute reden so daher…

  2. Mai 4, 2017 um 10:55 pm

    Ja, ist echt absurd. Bei der Gelegenheit erinnere ich mich: Ein Hauptfeldwebel bei der Armee, immer wenn er ein Fremdwort verwendete, sagte er dazu „auf deutsch gesagt”. Was geht in diesen Köpfen vor …

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