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Das Schulz-Phänomen

Hinter allen Fenstern Schulz-Sympathisanten (falls überhaupt jemand da ist)

Hinter allen Fenstern Schulz-Sympathisanten (falls überhaupt jemand da ist)

Wer erklärt mir das Phänomen Martin Schulz. Ach nein, ich erklär es mir lieber selbst. Ich weiß von einer Kneipe, die ein Ingenieur, der nicht mehr richtig beschäftigt wurde, aufmachte, mitten in der größten Verdichtung der Stadt, eine Kneipe, in der man für wenig Geld saufen und Kartoffelsalat essen konnte und wo alle einen Platz fanden, auch jene, die anschreiben ließen. Aber die Kneipe lief nicht. Und als der Ingenieur sie abgab – nun, bei seinen Nachfolgern lief sie plötzlich. Irgendwie hatte der Wirt, den die Schwermut erwischt hatte, die Leute vertrieben. Und so ist es auch bei der SPD. Der Gabriel konnte tun, was er wollte, er konnte clever sein, energisch, raffiniert, kraftvoll – er sah doch immer irgendwie verhängnisvoll aus, eine Karikatur seines sympathisch barschen Landmanns Gerhard Schröder („Alles schickt sich nicht für alle”). Und kann man von den Leuten verlangen, dass sie ihr Verhängnis wählen? Oder jedenfalls etwas, das so aussieht wie ihr Verhängnis? Nein. Sie waren einfach erleichtert, als Martin Schulz kam oder besser: als Sigmar Gabriel weg war. Und das reicht schon, um das Phänomen Schulz zu erklären? Noch nicht ganz. Natürlich sind die Leute auch Merkel-müde, Merkel selbst ja auch. Und dann war es natürlich auch wichtig, dass niemand aus dem engeren Berliner SPD-Führungszirkel und dem öffentlich-rechtlichen Talkshow-Zirkus präsentiert wurde, keines dieser verbrauchten Gesichter, kein Steinmeier, kein Steinbrück, kein Oppermann, sondern der Luftikus aus Brüssel, der so nett von den hart arbeitenden Menschen im Lande spricht. Da fühlt sich jeder angesprochen und geehrt, sogar die Faulpelze. Das muss als Erklärung jetzt erst mal ausreichen. Wir sind ja noch nicht am Ende der Fahnenstange.

  1. März 2, 2017 um 10:55 pm

    Die Menschen in unserem Lande möchten unterhaltsam belogen werden. Schließlich zahlt man ja Steuern …

  2. März 3, 2017 um 9:07 am

    Ich stelle mir unter Unterhaltsamkeit noch was anderes vor.

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