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Verlassenheit

Kein Durchkommen mehr

Kein Durchkommen mehr

Der Neujahrsspaziergang fällt moderat aus. Wir betreten das abgesoffene Gartengrundstück durch die leicht zu öffnende Tür und haben doch das angenehm-unangenehme Gefühl, etwas Verbotenes zu tun. Diese Gärten waren nicht zu retten. Oft standen sie unter Wasser, weil in der Nähe irgendwann mal ein kleiner See oder großer Teich zugeschüttet wurde. Das Wasser drückt immer wieder hoch. Der Mensch soll die Natur nicht dominieren, das wissen wir jetzt, handeln aber meistens nicht danach. Das vertrocknete, zähe Schilf steht übermannshoch und wirkt abweisend. Eine ummauerte Klärgrube stöbern wir unter der Vegetation auf, zu der zwei dicke Schläuche führen. Könnte auch ein Brunnen gewesen sein. Man hat ja keine Ahnung. Die sich selbst überlassenen Bäume strecken ihre Äste auf bizarre Weise aus. Sie kommen uns so eigenwillig vor, dass wir wirklich den Eindruck haben, sie in ihrer Eremitenexistenz zu stören. Mehr gibt’s jetzt hier nicht zu sehen.

Ein Baum, der allein sein will

Ein Baum, der allein sein will

Auf der Wiese, wo sich vielleicht einmal der Teich erstreckte, spielen Jungs Fußball, könnte sein mit den neuen Bällen von Weihnachten. Ein Vater denkt schon an eine mögliche Karriere und trainiert seinen Sohn, stoppen mit links, stoppen mit rechts, Vollspannschüsse. Der Junge möchte sicher lieber mit den anderen kicken; aber besser als mit dem Gameboy spielen ist dieses Training auf jeden Fall. Und man kann auch Empathie für den Vater empfinden, der Ziele hat. Um die Jugend ist mir nicht bange. Das hat auch Hauke Hückstädt vom Literaturhaus Frankfurt heute Morgen im Deutschlandradio gesagt. Da ging’s aber nicht um Fußball. Da ging’s um Bücher und darum, ob überhaupt noch gelesen wird.

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