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WAHRS* in Magdeburg

Gegen gewisse Fans helfen auch die schönsten Zäune nichts

Gegen gewisse Fans helfen auch die schönsten Zäune nichts

Ein wüstes Spiel haben wir arme Hansa-Rostock-Schweine in Magdeburg gemacht. Drei Platzverweise, eine Bengalo-Orgie, der Platz in Nebel gehüllt, Spielunterbrechung, Rudelbildung, zehn Minuten Nachspielzeit. Am Ende 1:1. In der Vorsaison sind wir 1:4 untergegangen. (Obwohl das eigentlich auch ein Unentschieden-Match war, was ich nachträglich nicht mehr beweisen kann; ist ja auch egal. Bloß dass die da dann gleich so euphorisch wurden, die Anhaltiner!) Eine Viertelstunde haben wir gut gespielt, nur die Torchancen nicht mit letzter Konsequenz gesucht. Dann holte uns die mecklenburgische Lethargie ein. Ich meine, ich zähle nur zwei Mecklenburger bei uns, reicht es schon aus, in Rostock und Umgebung zu wohnen und zu spielen, um lethargisch zu werden? Der Spielzug der Magdeburger zu ihrem 1:0 war wirklich schnell und gut, wurde allerdings auch von eben dieser Lethargie begünstigt. Sorgen machte uns auch der Schiedsrichter (Benjamin Brand, junger Mann noch), der das harte Einsteigen der Magdeburger als guter Gast der Stadt unentwegt duldete. In der zweiten Halbzeit konnte man lange nichts mehr sehen wegen dieser Bengalos in unserem Block, die uns teuer zu stehen kommen werden. Wir haben unsere Lethargie wieder abgelegt, namentlich Timo Gebhart, der zwei dicke Chancen hat, die aus irrationalen Gründen nicht reingehen. Dann schickt der Schiedsrichter den extrem übermotivierten Magdeburger Handke mit gelbrot vom Platz, der das partout nicht einsehen will, nur zwei fette Fouls und dann gleich vom Platz!? Ja, Jugendfreund, zwei Fouls, die gepfiffen wurden und etliche, die man dir durchgehen ließ. Der Schiedsrichter wusste, dass er uns mit dieser Herausstellung keinen Gefallen tat. Wir spielen so selten in Überzahl, dass wir damit überhaupt nicht umgehen können und haben folgerichtig weniger Torchancen als zuvor. Letztlich macht Timo Gebhart doch noch das 1:1. Und das auch noch in der Nachspielzeit, was die Magdeburger so empört, dass sie Gebhart verkloppen wollen. Da der sich wehrt und vor Freude über das Tor das Hemd ausgezogen hat, sieht er in einem Aufwasch gelbrot. Der Magdeburger Butzen, der zuerst zugelangt hat, bekommt die glattrote Karte. Schlusspfiff. Magdeburg versteht die Welt nicht mehr. Wir armen Hansa-Rostock-Schweine schon. Es gibt eine Schiedsrichtergerechtigkeit und eine höhere Gerechtigkeit, in deren vollen Genuss man eher selten kommt.

  • WAHRS = Wir Armen Hansa-Rostock-Schweine
  1. heinz@jaku.de
    November 7, 2016 um 2:35 pm

    So, mein Bester, werden Fußballspiele entschieden: Basisdemokratisch! Georg Schramm hat bereits vor einigen Jahren angemerkt, dass ihn nicht mehr der Endspielstand beim Fußball interessiert sondern vielmehr die Frage, wieviele Tote und Verletzte es gegeben hat. Selbst auf diesem Feld nimmt die Realität der Satire das, was einst deren zugespitzte Spitze war….

  2. November 7, 2016 um 6:40 pm

    Da bin ich erstmal sprachlos. Ich denke, Georg Schramm und Du – seid Ihr echte Fußballfans? Ich zweifle. Und: Sagt man Tote und Verletzte? Es muss doch Tote und Verwundete heißen, nach meinem Sprachgefühl …

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