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Von der Niedlichkeit der Welt

Und als alles perfekt war, wollte niemand mehr den Garten betreten © Christian Brachwitz

Und als alles perfekt war, wollte niemand mehr den Garten betreten
© Christian Brachwitz

Die Gartensaison neigt sich dem Ende entgegen, wobei für den wahren Gärtner immer Saison ist. Zu Ostern gab es noch keine Blätter an den Bäumen, aber es gab in einem Garten wie diesem bemalte Ostereier und natürliche Osterglocken. Wenn ich mir diese Bäumchen anschaue und die komplexe Künstlichkeit, die auf dieser Scholle obwaltet, dann kann ich mir schwerlich vorstellen, dass sie jemals Blätter oder gar Früchte tragen könnten, die Bäumchen. Könnte mir nicht mal vorstellen, dass aus den Bäumchen Bäume werden. Aber das ist meine persönliche Blödheit. Dieser Blödheit passt es nicht, dass man der Natur zu sehr in ihre Angelegenheiten hineingepfuscht hat. Von der Niedlichkeit der Welt. Die treffen wir auch da, wo die Zugezogenen zum Prenzlauer Berg Prenzelberg sagen und die einheimischen Nachmacher ihnen alles nachmachen. Man macht eine Sache nicht besser, indem man sie verniedlicht. Aber es gibt diese Tendenz im Menschen, alles klein zu machen, damit er es streicheln kann. Meinetwegen. Jeder nach seiner Fasson.

  1. September 29, 2016 um 10:46 pm

    Was einst als Kitsch oder Gartenzwergidylle verpönt war, ist mittlerweile in den Rang nationalen Erbes erhoben.
    Wir werden halt merklich amerikanischer …

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