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Die schärfste Waffe des Mannes

Wo kein Mann ist, ist auch kein Urin © Klaus

Wo kein Mann ist, ist auch kein Urin
© Klaus

Der Reihe nach. Am Sonnabend stellt sich ein Professor der Naturheilkunde im Radio den Meinungen und Fragen der Hörer. Homöopathie oder Schulmedizin oder beides oder keines von beidem. Hörer über Hörer rufen an und erzählen die Geschichte ihrer Krankheiten und Heilungen. Eine Dame ist über ihr Leiden selbst zur Homöopathin geworden und behandelt andere Kranke und auch sich selbst. Am stolzesten aber ist eine Frau, die seit dreißig Jahren nicht mehr beim Arzt war, weil sie sich selbst kuriert mit Apfelessig und Eigenurin. Der Professor kann da nur sagen, dass es wissenschaftlich nicht erwiesen ist, ob Eigenurin wirklich heilende Wirkungen hat. Es gebe andere, appetitlichere Mittel.

Im, ich sag mal, Kontrast dazu bringt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) einen Aufmacher auf Seite 1 „Städte müssen nicht stinken”. Müssen sie nicht, aber wonach und warum stinken sie denn? Der Grund sind die, Achtung, neuer Begriff, Wildpinkler. Nachdem ich den Artikel gelesen habe, entsteht bei mir der Eindruck: Männer vernichten mit ihrer Pisse mehr Kulturdenkmale als der IS, zum Beispiel den Kölner Dom. Überall „bröckeln jahrhundertealte Steine …, weil sich durch den Urin Salze darin ablagern … Besonders schlimm ist die Situation bei Großveranstaltungen wie Weihnachtsmärkten, Karneval, Bierfesten, dem Oktoberfest oder Public Viewing. Im Kölner Dom müssen die Urinbäche dann sogar mit Schiebern hinausgeschoben werden … Meistens sind es betrunkene Männer, die im öffentlichen Raum urinieren.” Die Männer saufen Bier, holen den Schwanz raus, pissen alles in Grund und Boden und werden obendrein ungemütlich, wenn man sie auf das Verwerfliche ihres Tuns hinweist. Es gibt nicht nur das Flüchtlings-, das Burka- und das Autozuliefererproblem. Die Urinfrage ist genauso schlimm. Haben die Männer da etwas falsch verstanden? Man kann sie ja nicht einfach Schweine nennen (schon der Schweine wegen nicht). Vielleicht sehen auch sie den Eigenurin als Wundermittel an.

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