Paradiso

Vor uns die Südsee, hinter uns der Müll © Christian Brachwitz

Vor uns die Südsee, hinter uns der Müll
© Christian Brachwitz

Die Palme symbolisiert das Paradies, die Palme, und auch der etwas steif um die Gefährtin gelegte Arm, aber selbst hier, am Strand, neben der Palme, gehen die gemeinsamen Blicke in die Ferne, zum Paradies hinter dem Paradies, hinter dem Meer und hinter den Wolken, denn überall ist es schöner, wo wir nicht sind. Das haben wir so in den Genen: Dass wir das Glück nur in der räumlichen oder der zeitlichen Ferne ausmachen können. Wir erinnern uns an eine Zeit vor dieser Zeit und plötzlich stellen wir fest: Das Glück, das war ja das Glück. Was natürlich eine enorme Selbsttäuschung ist.

Wir sind hier in der Nähe des Westhafens in Berlin, ein unbeachteter Ort hinter der alten Mauer einer neuen, vermutlich lautlosen Fabrik. Ein bisschen Schutt, Reste von Vegetation, zusammengesuchte Zweige für ein Feuerchen, an dem man auch wieder vom Paradies träumen kann, das es tatsächlich gibt: früher. Oder weit weg. Man kann es malen, dann sieht es aus wie Kitsch.

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