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Yellow Berlin

Wie kommt der Schatten des linken Arms dazu, sich so auszudehnen (falls die Frage erlaubt ist) © Christian Brachwitz

Wie kommt der Schatten des linken Arms dazu, sich so auszudehnen (falls die Frage erlaubt ist)
© Christian Brachwitz

Was hält der Athlet in der Hand? Ich fahre so nahe ran wie möglich, aber ich komme nicht dahinter. Es ist kein Wurfgerät, kein Staffelstab, vielleicht ein Stück Rohr. Wozu? Was will er damit? Warum holt er aus? Oder ist der Athlet kein Athlet, sondern ein Krieger? Will er – nein, eine Handgranate ist es auch nicht. Es ist auch keine Taschenlampe. Was wollte der Künstler ausdrücken, vielleicht meldet er sich mal. Nach meinem Gefühl stimmen auch die Proportionen nicht, es sieht so aus, als wäre der Mann ein Sitzzwerg, der Oberkörper ist sehr kurz geraten, dafür wollen die Füße gar nicht wieder aufhören. Wenn man die um die Ohren bekommt, mein lieber Mann. Das Interessanteste an der Figur aber ist ihr Schatten. Der Schatten verwandelt den Athleten oder Krieger in einen Veteran, den das Alter gebeugt und an den Stock gebracht hat. Sein erhobener Arm kann niemanden erschrecken, das ist eine hilflose Drohgebärde.

Kein Wunder, dass die Skulptur in eine stille Ecke gestellt wurde, zwischen Tor 2 und Tor 3 und umzingelt von einem Gelb, das den Augen weh und Berlin gut tut.

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