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Wenn Hexen philosophisch werden © Christian Brachwitz

Wenn Hexen philosophisch werden
© Christian Brachwitz

Das ist die kleine Hexe vom Theater an der Parkaue in Berlin, einem Kinder- und Jugendtheater, das früher Theater der Freundschaft hieß. Das Stück geht zurück auf das Kinderbuch von Otfried Preußler, „das haben wir ja wohl alle vorgelesen”, sagt Brachwitz. Ich nicht. Ich habe das nicht vorgelesen. Ich saß abends am Kinderbett und las einige Bücher von Astrid Lindgren vor und Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen von Selma Lagerlöf; das war ein ganz schöner Brocken. Außerdem gab es ein Buch, an dessen Titel ich mich nicht mehr erinnere, in dem fünf Geschichten enthalten waren. In einer davon ist richtiger Winter mit Schnee und Eis, ein Fuchs verfolgt einige unschuldige Tiere, sie locken ihn auf den gefrorenen See, wo er in voller Fahrt zu Fall kommt, „auf der Fresse”, jubelte Emi, und in der Tat verformte sich der Kopf des Fuchses vom Aufprall beträchtlich, ich musste die Geschichte immer wieder vorlesen, und jedesmal wurde „auf der Fresse” gejubelt.

Die kleine Hexe vom Theater an der Parkaue scheint auch schon einiges mitgemacht zu haben, sie sieht nachdenklich aus und scheint über den Sinn des Hexens oder der Hexerei nachzudenken. Und wenn man das tut, wenn man beginnt, über das Hexen nachzudenken, dann geht einem die Fähigkeit dazu verloren. Hexerei ist letzten Endes keine Hexerei.

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