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Ein letztes Netto-Wort

Nur noch Schutt und tiefe Furchen …

Nur noch Schutt und tiefe Furchen …

Monate hat’s gedauert, aber nun liegt unsere Kaufhalle/unser Supermarkt danieder. Viel mehr als ein Haufen Betonbrocken ist nicht von ihr oder ihm übriggeblieben. Im Licht der Dezembersonne sieht das fast versöhnlich aus. Ein roter Bagger bereitet den Baugrund für ein neues Abenteuer oder Geschäftsmodell vor. Hätten, fällt uns ein, in dem aufgegebenen, aber intakten Gebäude nicht Flüchtlinge unterkommen können, vorübergehend? Nein, dafür stellen wir lieber unsere nicht aufgegebenen Turnhallen zur Verfügung, denn unsere Kinder sind noch nicht übergewichtig genug. Wozu da Sport, wozu Bewegung.

Eine letzte Erinnerung an die braven Kunden füge ich an:

Bei Netto machte ein Rentnerehepaar aus dem Einkauf eine Haupt- und Staatsaktion. Die Frau moderierte, der Mann schwieg und schob den Einkaufswagen. Die Dame war überaus kritisch. Nichts genügte ihren Ansprüchen. Schon gar nicht die Kartoffeln, die sie lange prüfte. Die Bananen waren ihr zu grün. Wollen wir anderes Obst mitnehmen, Günter, eine Melone? Günter drückte sich um Antworten. Wo ist unser Wagen, Günter? Hier drückte sich Günter nicht nur, hier wusste er nicht mehr. Das ist ja auch schwer, wenn man den Wagen nicht durch irgendwelche Waren markiert hat, aber es lag buchstäblich nichts darinnen, weil die eben zu anspruchsvoll war, und Günter nicht dagegen ankam. Keine Chance.

 

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