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1935 died and born

Fernando Pessoa für unterwegs

Fernando Pessoa für unterwegs

Gestern vor achtzig Jahren starb Fernando Pessoa, heute wird Woody Allen achtzig. Der eine gab dem anderen die Klinke in die Hand. Sie haben nicht viel miteinander zu tun. Oder doch. Pessoas traurige Monologe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares sind letztlich auch erheiternd. Und Woody Allen, der als Gagschreiber anfing, entdeckte bald, dass es ihm darauf ankam, ernste Filme zu machen. Das Komische kam von selbst. Siehe „Der Stadtneurotiker”.

Ich erinnere mich an eine Zeit, da legte ich immer, wenn ich ins Auto stieg, das Hörbuch „Das Buch der Unruhe” von Fernando Pessoa in den CD-Player, gesprochen von Udo Samel. Ich hörte das wie Musik. Diese Müdigkeit, diese Melancholie, diese Gelassenheit. Meditation als Schicksal, heißt es an einer Stelle. Stilles Pathos des Nichts, Verschwendung des Verzichts.

Normalerweise ist das eine Literatur, die mir missfällt, die Abwesenheit von Handlung, das Übermaß von Reflektion. Hier war es anders. Es war keine schlechte Zeit, im Auto mit Fernando Pessoa und Udo Samel.

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