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Hunde aus der Nachbarschaft

Lauter Nachbarn

Lauter Nachbarn

Am Fenster. Jetzt unterhalten die sich wieder über ihre Hunde. Der eine Hund schnuppert am Hintern des anderen. Dann entdeckt er die Katze und läuft auf sie zu. Die Frauen lächeln verzückt.

*

Zwei kleine Mädchen gehen mit ihrem winzigen Hund am Nachbar-Grundstück vorbei, der Hund des Hauses beginnt zu kläffen, der Winzling kläfft zurück. Komm her, Rambo, rufen die Mädchen, komm her. Wie heißt der Hund, frage ich. Rambo, sagen die Mädchen mit früher Selbstironie. Das kann nicht wahr sein, sage ich. Dieser kleine Hund?

Der kleine Hund scheint im Bell-Duell mit dem Nachbar-Hund die Oberhand zu behalten. Er trägt seinen Namen nicht zu Unrecht, sagt das eine der Mädchen mit leisem Nachdruck.

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Na, führt Ihr Hund Sie wieder aus? Jawoll. Was soll er auch machen, wenn Sie mal müssen.

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Vor dem Park. Das große Treffen der Hundehalter. Acht oder neun Personen. Jede möchte den anderen zeigen, wie gut er seine Bestie erzogen hat.

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Am Fenster. Gerade seh ich eine ziemliche naturbelassene Frau mit fünf Hunden aus dem Wäldchen kommen. Vier sehr schlanke, wahrscheinlich Windhunde, an Leinen geführt und alle mit einem wärmenden Überwurf versehen. Leinenlos trottet ein kleiner, dicker Hund in großem Abstand hinterher. Niemand kümmert sich um ihn. Und eine Decke hat ihm auch niemand übergeworfen. Warum nicht? Wärmt den Außenseiter das Fett?

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Ich bin beim Häckseln und fahre plötzlich zusammen. Ein mörderischer Krach hinter mir. Der kleine Hund von nebenan tritt als Bestie auf. Ich rufe ihn zur Ordnung und jage ihn weg. Aber kaum bleibe ich stehen, bleibt er auch stehen und glotzt mich böse an. Wenn ich weggehe, läuft er aggressiv hinter mir her. Wenn ich auf ihn zugehe, läuft er wieder weg. Er ist gleichzeitig feige und aggressiv. Ein total falsch erzogener Hund. Irgendwann taucht zwergenhaft der alte Nachbar auf, der auch Mühe hat, irgendwas bei dem Mistvieh zu erreichen. An eine Entschuldigung denkt er natürlich auch nicht.

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Vor meinen Fenstern gab es hier eine äußerst sportive Frau. Sie hatte auch einen sportiven Mann, sie kamen zusammen aus dem Wäldchen, offenbar waren sie lange gejoggt, und nun machten sie im Gehen noch einige sehr spezielle Dehnübungen; dabei lachten sie und waren glücklich. Man sah deutlich, dass die Frau der treibende Keil war; sie war noch fröhlicher als der Mann und ihre Bewegungen waren noch dynamischer.

Jetzt ist der Mann weg, spurlos verschwunden. Die Frau geht jetzt mit einem Hund; den Sport lässt sie weg, das Gesicht ist grau und missmutig, die Haltung gebeugt. Ein Hund kann viel, aber nicht alles.

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