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Künstliches Land

Im puren Nichts © Christian Brachwitz

Im puren Nichts
© Christian Brachwitz

In dieser künstlichen Landschaft mit diesen künstlichen Menschen sind die Farben vielleicht das, was am meisten befremdet. Die grüne Jacke (man möchte sie fast Wams nennen), die rotbraune Mütze, die verstreuten hellbraunen Steine. Und man weiß nicht, ob diese Farbflecken die Trostlosigkeit der Szenerie aufbrechen oder noch verstärken. Man weiß nur, dass ein solches Bild in der Wirklichkeit nie vorkommen würde. So kahl kann nicht mal die Wüste sein. Wenn ein Mensch im künstlichen Licht einen so schmalen Schatten wirft, dann braucht er auch gar keinen Schatten mehr, wie Peter Schlemihl. In einer trostlosen Landschaft wie dieser wird die Zeit sich bis auf Äußerste dehnen. Ich denke an Zeilen aus André Hellers Lied „Abendland”: „Späte Zeit, Dämmerung, Stunde, die Hoffnung, Trauer und Asche trägt. Atemholen, einsam sein. Herbst der Gedanken und letzte Zuflucht für mich.” Herbst der Gedanken, und die letzte Zuflucht muss erst noch gesucht werden. In dieser Trostlosigkeit finden wir sie nicht.

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