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Ein leiser Zweifel bleibt

„…Im tiefen, finstren Schacht … da denk ich dein …” © Christian Brachwitz

„…Im tiefen, finstren Schacht … da denk ich dein …”
© Christian Brachwitz

Wir sehen: Der Trommler braucht keine Note, aber höchste Konzentration. Das ist auch so bei diesem Spielmannszug, der in Wien die Musi macht, und das ist in diesem Fall: „Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt. Und er hat sein helles Licht bei der Nacht, und er hat sein helles Licht bei der Nacht schon angezündt, schon angezündt.”

Das Lied ist 1700 zum ersten Mal im sächsischen Freiberg gedruckt worden und hat sich weit verbreitet. Man singt es bei Bergparaden im Ruhrgebiet, im Saarland und im Erzgebirge, aber auch auf SPD-Parteitagen, die auch immer irgendwie Bergparaden sind. Man erinnert sich, dass man mal eine Arbeiterpartei war und dass man einen Steiger braucht, der das Licht hat, das uns durch die Dunkelheit führt.

Das Lied ist derb und kraftvoll, voller Wiederholungen und nicht ohne erotische Assoziationen. Brachwitz hat den Fokus ganz auf den jungen Trommler gerichtet, nicht auf die Schalmeienspielerin mit den nervigen Händen. Man weiß nicht, ob dem Jungen der Text durch den Kopf geht; auf jeden Fall glaubt er an den Steiger, den Mann, der das Licht hat, den Taktstock, die Ahnung dessen, was kommt. Die Person, auf die man sich verlassen kann. Ein leiser Zweifel bleibt. Ich sehe ihn. Ich sehe ihn überall.

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