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Archive for September 2015

Was ist in diesem Jahr mit dem Gras los?

Ach, die Rasenmäher! Früher war ihnen alles zu viel, heute fürchten sie, ihre Arbeit zu verlieren

Ach, die Rasenmäher! Früher war ihnen alles zu viel, heute fürchten sie, ihre Arbeit zu verlieren

Heute habe ich das letzte Mal in diesem Jahr den Rasen gemäht. Was ist überhaupt in diesem Jahr mit dem Gras los! Es wuchs und wächst nur minimal. Man könnte das Mähen überhaupt lassen. In den vergangenen Jahren hat an jedem Tag irgendeiner gemäht, die Rentner bevorzugt am Freitagabend und am Sonnabend, um den Berufstätigen zu zeigen, wie aktiv sie noch sind. Manchmal brummten mehrere Rasenmäher im Chor. Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass einer meiner Nachbarn früher jeden Tag mähte. Er konnte sich ein Leben ohne Rasenmähen nicht vorstellen. In diesem Jahr zweifelt er am Sinn des Lebens, auch wenn er kein Intellektueller ist.

Woran mag es liegen, dass das Gras neuerdings nicht mehr wächst? An der Hitze? An den geringen Niederschlägen? Am Dünger? Am Klimawandel? Ich weiß es nicht. Keiner scheint es zu wissen. Die Rasenmäher fürchten, ihre Arbeit zu verlieren, und erwägen, eine Gewerkschaft zu gründen. Das hat noch immer geholfen.

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Sie wollen nur singen

Elfmeter! Trimmel schießt. Ratajczak hält. Es wird noch mal spannend. © Fritz-Jochen Kopka

Elfmeter! Trimmel schießt. Ratajczak hält. Es wird noch mal spannend.
© Fritz-Jochen Kopka

Sonnabend zwölf Uhr Mittag. Unter all den rotweißen Unionfans steht ein Mädchen in der S-Bahn und studiert einen Klavierauszug. Nichts kann sie bewegen, die Augen vom Blatt zu wenden. Ist denn Union Berlin so unwichtig? Der Fußballnomade ist wieder unter uns. Er hat es wahrscheinlich im Blut, dass Jablonec, die Mannschaft seines Herzens, an diesem Wochenende verlieren wird, und das auch noch zu Hause. Und ja, so unfassbar es scheinen mag, im Köpenicker Bahnhofsgebäude versorgt er sich mit Kaffee und Kuchen. Unser Boss nimmt per Smartphone Kontakt auf zu Lutz, seiner rechten Hand. Lutz ist schon im Stadion und hält Plätze frei, so sehr das eben geht im Gedränge, 12. Reihe, zehn Meter von der Mittellinie entfernt, zur Wuhleseite hin. Kurz vor den Eingängen bittet der Fußballnomade um einen kurzen Aufenthalt. Er möchte seine Apfeltasche und den Kaffee nicht im Laufen verzehren, ein Elektrokasten dient ihm als Tisch; so geht Fußball für Genussmenschen.

Wir unterqueren die Absperrungen und landen in der 12. Reihe neben Sportfreund Lutz und seinem Sportfreund Frank, beide im Nebenberuf seltsamerweise Hansa-Rostock-Fans mit entsprechenden Lach- und Sorgenfalten.

Auch hier zwei Teams mit Problemen. Union hat frühzeitig den Trainer entlassen, um den Erfolgscoach Sascha Lewandowski zu verpflichten. Und Aufsteiger Duisburg steht schon wieder auf dem letzten Tabellenplatz; hat aber durchaus Qualität, wie Lewandowski sagt.

Erleichterung. Am Ende steht das 3:2

Erleichterung. Am Ende steht das 3:2

Ich glaube, die Handschrift des neuen, des Erfolgstrainers durchaus erkennen zu können. Kein Wunder, Union geht nach vier Minuten in Führung. Die Stürmer behaupten die Bälle in der torgefährlichen Zone besser als früher, die Aktionen sind klarer und einfallsreicher. Union führt bei Halbzeit 3:0, aber sie haben schon einige Spiele noch aus der Hand gegeben, die sie dominierten, und nicht viel anders ist es auch hier, Duisburg macht das 1:3. Union kann einen Elfer nicht verwandeln, Duisburg macht das 2:3, und Union ist wieder in Not. Bringt den Sieg aber nach Hause. Am Ende kann man sagen, dass Union seine Chancen in der ersten Halbzeit reingemacht hat, Duisburg die seinen in der zweiten. So steht das 3:2.

Der Fan hinter mir singt von der ersten bis letzten Minute, von der Halbzeitpause abgesehen. Er singt die geläufigen Union-Songs, aber auch  jene, die sich (zum Glück) nicht durchgesetzt haben, Lieder ohne Melodie, aber mit Botschaft: „In unserm Stadion, in der Hauptstadt, in der wunderschönen immergrünen Alten Försterei, ja da spielt der FC Union und der schießt ein Tor für uns” oder noch schöner: „Fußballclub Union Berlin, mein Lebenselixier, ewig werden wir dich begleiten und stehen hinter dir …”

Der Junge war offensichtlich nicht gekommen, um Fußball zu sehen, sondern um zu singen. Mein Lebenselixier. Hat so ein Wort im Fußball was zu suchen?

Harndrang bei Herren und Damen

Harndrang bei Herren und Damen

Der Schlusspfiff war kaum ertönt, da verabschiedete sich der Fußballnomade, wahrscheinlich zu einem anderen Spiel in einer anderen Stadt in einem anderen Land. Er verpasste die schönen Momente nach dem Match. Die Verrichtung der Notdurft, das Nachlassen der Anspannung, die Auswertung des Spiels, die Bratwurst, das Bier, die Ergebnisse von anderen Plätzen und Ligen. Hansa Rostock hatte in Wiesbaden ein 0:0 erreicht, und der Schiedsrichter hatte schon die Prämissen für das Ostderby gegen Dynamo Dresden gesetzt, indem er mit gelben, rotgelben und roten Karten drei Hansa-Kicker aus dem Spiel genommen hat. Die sind jetzt gesperrt. Das ist uns armen Hansa-Rostock-Schweinen gut vertraut. Auf dem Weg zur Bahn machen wir an der Union-Tanke und dann noch mal am „Hauptmann von Köpenick” halt. Die Vereinstreue und das Bier löschen alles aus. Es bleibt kein bitterer Rest.

 

Künstliches Land

Im puren Nichts © Christian Brachwitz

Im puren Nichts
© Christian Brachwitz

In dieser künstlichen Landschaft mit diesen künstlichen Menschen sind die Farben vielleicht das, was am meisten befremdet. Die grüne Jacke (man möchte sie fast Wams nennen), die rotbraune Mütze, die verstreuten hellbraunen Steine. Und man weiß nicht, ob diese Farbflecken die Trostlosigkeit der Szenerie aufbrechen oder noch verstärken. Man weiß nur, dass ein solches Bild in der Wirklichkeit nie vorkommen würde. So kahl kann nicht mal die Wüste sein. Wenn ein Mensch im künstlichen Licht einen so schmalen Schatten wirft, dann braucht er auch gar keinen Schatten mehr, wie Peter Schlemihl. In einer trostlosen Landschaft wie dieser wird die Zeit sich bis auf Äußerste dehnen. Ich denke an Zeilen aus André Hellers Lied „Abendland”: „Späte Zeit, Dämmerung, Stunde, die Hoffnung, Trauer und Asche trägt. Atemholen, einsam sein. Herbst der Gedanken und letzte Zuflucht für mich.” Herbst der Gedanken, und die letzte Zuflucht muss erst noch gesucht werden. In dieser Trostlosigkeit finden wir sie nicht.

Vorzüge der Statistik

Ist das jetzt schon Übergewicht?

Ist das jetzt schon Übergewicht?

„Eine Frau in Spanien lebt im Durchschnitt immer noch 22 Jahre länger als ein Mann in Russland.” Solche absurden Sätze, gegen die rein grammatikalisch nichts einzuwenden ist, komme zustande, wenn die Medien, hier die FAZ, Statistiken öffentlicher Institutionen, hier der Weltgesundheitsorganisation WHO, auswerten. Wenn man sich schon fragen kann, was man davon hat, wenn man die spanische Durchschnittsfrau mit dem russischen Durchschnittsmann vergleicht, muss man erst recht einräumen, dass dieses „immer noch” besonders bezaubernd ist. Immer noch hat die spanische Durchschnittsfrau (SDF) nicht eingesehen, dass sie ein paar Jahre weniger leben sollte, damit sie sich dem russischen Durchschnittsmann (RDM) annähert. Und bei dem ist sowieso Hopfen und Malz verloren, der wird nicht bereit sein, noch ein Jahre Mühsal (und Suff) draufzupacken, nur um sich der SDF anzunähern, auf dass wir in Europa etwa gleiche Werte haben. Dabei wird in Russland noch nicht mal am meisten getrunken, sondern in Weißrussland und Litauen. Und auf das größte Übergewicht können die Amerikaner verweisen. Aber sie machen das wieder gut, indem die Dicken dort alle Jogginganzüge tragen.

Nebulowsky

Nebulowsky war da

Nebulowsky war da

Unruhige Träume belasten meine Nächte. Es sind in diesen Träumen immer nichtige Sachen, die mich maßlos beschäftigen. Ich sitze in einem Zimmer, es ist mein Zimmer, ein Studentenzimmer wie in Leipzig, vielleicht etwas größer. Von einer Einstellung zur anderen ist es völlig übersät mit Kram. Ich fange an zu sortieren, bilde Stapel von Dingen, die zusammengehören und werfe einiges weg, was ich sowieso nicht mehr brauche. Auf den Stapeln liegt sicher noch vieles, was ich auch nicht brauchen werde. Egal, jetzt sieht es besser aus. Ich denke, dass Sonntag ist. Ich könnte Bernd anrufen, wir könnten was unternehmen. In der nächsten Einstellung sitzt ein Mann mitten im Zimmer. Ich sage: Wer sind Sie denn? Ich bin Herr Nebulowsky, sagt er. Kenne ich nicht. Wenn schon einer sagt, ich bin Herr Soundso! Was machen Sie hier?, frage ich. Ich will hier nur sitzen. Nichts da, sage ich, verlassen Sie den Raum. Wieso? Bin ich denn so hässlich? Das spielt keine Rolle. Ich will allein sein in meinem Zimmer.

Er trollt sich. Oder soll ich sagen: Er leistet meiner Aufforderung folge. Ich sehe, dass er in einem Büro auf dem Gang verschwindet. Dann ist vielleicht doch nicht Sonntag. Und er wollte nur für eine Weile seinen beruflichen Zwängen entfliehen. Tut mir leid, aber ich kann meine Entscheidung nicht korrigieren. Man macht sich ja sonst zum Hampelmann.

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Ewiger Winter

September 21, 2015 1 Kommentar
Auf die Leitern, ihr Gärtner, der Baum wird entlaubt Fotos © Doberenz, Kopka

Auf die Leitern, ihr Gärtner, der Baum wird entlaubt
Fotos © Doberenz, Kopka

Der Film war bei uns in der Straße. Er suchte sich das Haus unseres Nachbarn, genannt der Förster, aus. Hier wollte er drehen, das Haus des Försters sollte das Haus des Vaters des Filmhelden sein. Ein alter Mann in einem Haus am Rand eines Wäldchens und einer Kleingartenanlage mit einem spitzen Dach und einer aus der Zeit gefallenen Anmutung.

Der Studiomeister verliert die Ruhe nicht

Der Studiomeister verliert die Ruhe nicht

Wir wussten davon schon lange und hatten es längst vergessen, als der Film dann tatsächlich kam und auch an unserer Tür klingelte. Die Szenen, die hier zu drehen waren, spielen im Winter, etwa zu Weihnachten, also war nicht nur die Inneneinrichtung des Försterhauses auf die Zwecke des Films zuzuschneiden, sondern auch das Umfeld des Hauses. Es musste auf Winter getrimmt werden, Weihnachtsdeko an den Mauern, künstlicher Schnee. Künstlicher Schnee in meinem Garten, das lehne ich ab, sagte Andrea, aber die Leute vom Film waren gut organisiert, sehr höflich und nachgerade charmant, so dass es eben so kam, dass die Ablehnung mehr oder minder durchrutschte und sie dem Piraten (so sah er jedenfalls aus), der den Schnee machte, nicht in den Arm fallen konnte. Aber das war später. Zunächst kam der Studiomeister und baute im Vorgarten des Försters eine neue Küche. Ein Mann mit edler Ausstrahlung. Ich habe mal nachgezählt, in meinem Job treffen sich vierzehn Berufe, sagte er. Zwei bis drei Landschaftsgärtner stellten sich auf Leitern und entlaubten in einer so kleinteiligen wie sorgfältigen Aktion die Bäume, die eine Chance hatten, ins Bild zu kommen. Die Regisseurin war weitgehend unsichtbar, ist ansonsten Australierin und beschäftigt in ihrem Stab einige Landsleute. Sie sind ja alle Nachfahren von Sträflingen und Prostituierten, und so verhalten sie sich auch, sagten die Leute vom Film, ich weiß, dass man beim Film in dieser Art zu scherzen pflegt. Eine Menge Vorarbeiten war zu leisten, und nun, da es soweit ist, im Präsens weiter.

… und drehten wohl die halbe Nacht

… und drehten wohl die halbe Nacht

Das Drehen beginnt. Große Nutzfahrzeuge, geliehen von Buchbinder und Hertz, verstopfen die Straße; eine Unmenge Gerätschaften unklarer Bestimmung wird ausgeladen. Die Filmleute kommen mit einem Minimum an Sprache aus, es sei denn, sie sprechen ins Smartphone, was allerdings unentwegt der Fall ist. Geschrien wird schon mal gar nicht, von Hektik keine Spur. Es scheint, dass die Abwesenden wichtiger sind als die Anwesenden unter dem Motto: Der müsste doch längst hier sein, verdammt. Die Anwesenden verständigen sich mit Blicken und Handzeichen, Missverständnisse sind ausgeschlossen. Manche Mitarbeiter haben ihre Hunde mitgebracht.

Film im digitalen Zeitalter

Film im digitalen Zeitalter

Vor dem Haus des Försters wird aus Gestellen und schwarzen Tüchern ein Vorraum geschaffen. Wir wissen nicht warum, die Filmleute vielleicht auch nicht. Kommunikationsfreudige Ortsansässige haben sich Gesprächspartner vom Film geangelt und erzählen in eindrucksvoller Körpersprache Schwänke aus ihrem Leben. Vielleicht können sie noch eine Rolle ergattern in diesem Film, der „Berlin Syndrome” heißt, sie sind doch Berliner, na ja, wenn man’s genau nimmt, eher Sachsen.

Geheimnisvoller Schwarzraum vorm Haus

Geheimnisvoller Schwarzraum vorm Haus

Ein Zelt, ein Tisch wird aufgestellt, Catering. Eine hohe Frauenstimme gibt in monotonem Sound Erklärungen und Anweisungen. Der Stab, eine erhebliche Menge Mensch, drängt sich an der Gartenpforte und am Hauseingang. Einige Männer sehen australisch aus mit lockigen Haaren und Vollbärten. Alles sieht so ungesteuert, ziellos und unkoordiniert aus wie das Geschehen in einem Ameisenhaufen; aber wir wissen, dass die Organisation der Ameisen beispielhaft ist. Stühle werden aufgestellt, Laptops aufgeklappt. Ein Schokoladenjunge verteilt Konfekt zur Ermunterung. Jeder weiß, was er zu tun hat. Jeder weiß auch, was er nicht zu tun hat. Dann raucht er eben oder telefoniert, setzt sich auf einen Stein oder streichelt einen Hund.

Der Förster ist ausquartiert worden, er übernachtet in einem veganen Hotel. Jetzt schaut er den Dreharbeiten zu. Er wirkt erschöpft. Sein Haus hat sich ihm entfremdet. Wer weiß schon, worauf er sich einlässt, wenn er sich auf etwas einlässt.

Sie sagte, es werde Winter, und es ward Winter

Sie sagte, es werde Winter, und es ward Winter

Die Filmleute arbeiten bis weit nach Einbruch der Dunkelheit. Ein alter, kantiger Audi fährt vor. Fährt immer wieder vor. Wird wieder und wieder gedreht. Am zweiten Drehtag bricht der Winter aus. Der Pirat spritzt den Schnee mit einem dicken Schlauch auf Bäume, Straße und Steige. Die Weihnachtsdeko erstrahlt im September. Für ein Rehlein aus Leuchtschnüren wird noch der geeignete Platz gesucht. Ein Rettungswagen fährt vor. Die Rettungssanitäter haben die satte Mallorcabräune. Sie schleppen eine abgedeckte Trage zum Wagen, denn der Vater des Helden ist krank. Ist krank? Ist tot! Verstorben. Muss denn das sein! Ja, muss sein. Steht im Drehbuch.

Am Tag danach und am Tag nach dem Tag danach und auch noch an dem Tag nach dem Tag danach und danach wird aufgeräumt. Der künstliche Schnee lässt sich nicht beseitigen, wir haben hier jetzt immer Winter, aber der Förster darf wieder in seinem Haus wohnen. Alles ist gut.

Gleiche und ungleiche Paare

Models & Häuser © Christian Brachwitz

Models & Häuser
© Christian Brachwitz

Überall gibt es diese vermaledeiten Paare, sagte Brachwitz und meinte vielleicht nicht nur diese beiden Models, sondern auch die nebeneinander stehenden Häuser, die ein ungleiches Paar abgeben, aber ich musste erstmal in den Duden schauen, um nachzusehen, was vermaledeit tatsächlich bedeutet, oft hat man ja nur so ein Gefühl für so ein Wort, das schon richtig sein kann, aber nicht unbedingt korrekt sein muss. Vermaledeien bedeutet Böses wünschen, verfluchen, und es ist in der Tat veraltend, wenn nicht schon veraltet und wird vielleicht bald ganz aus dem Duden verschwunden sein. Überall gibt es also diese verfluchten Paare. Die Models sind sich ziemlich ähnlich, das eine guckt ein bisschen verrucht um die Ecke, das andere gibt sich hohlwangig und unbewegt. Ist noch die Frage, was vermaledeiter ist, um bei dem veraltenden Wort zu bleiben. Nicht so die Häuser. Das eine hat sich volle Pulle in den roten Farbtopf gestürzt und mit den weißen Geraden und Schrägen einen badeanzugähnlichen Eindruck hervorgerufen. Das Eckhaus im vornehmen Hellgrau bedarf keiner äußeren Effekte, der Turm und seine offensichtlich runden Wohnungen machen schon genug her; aber vor allem durch den vorbildlich sanierten Zustand mit den Ateliers im Dach stellt es das rote Haus in den Schatten, bei dem das Dach schadhaft ist und der Putz an manchen Stellen abfällt. So ist das mit den Paaren; sie sind ungleich und können sich gegenseitig schlecht helfen.

Cardigans, das musste ich auch nachsehen, sind Strickjacken. Sie haben ihren Namen von James Thomas Brudenell, 7. Earl of Cardigan, der ein britischer General im Krimkrieg war. „Die Kälteprobleme seiner Truppen haben offenbar zu gewaltigen Innovationen in der britischen Strickwarenindustrie geführt”, klärt uns Wikipedia auf. Und deshalb sind Strickjacken heute Cardigans, auch wenn der Krimkrieg, den Frankreich, Großbritannien und die Türkei gegen Russland führten, lange vorbei ist. Das war 1853 bis 1856.

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