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Der Schlaf des Gerechten

Man traut sich nicht so nah ran, an den schlafenden Mann

Man traut sich nicht so nah ran, an den schlafenden Mann

Der Schlaf des Gerechten findet hier an einem sonnigen Februarvormittag (ja, das gibt es) im Hamburger Park Planten und Blomen statt. Auf der Bank liegt kaum erkennbar und dick eingehüllt ein Gestrandeter und schläft. Es ist der erste Schläfer im Freien, den ich fotografiere, und ich fürchte, dass ich ihn wecken und er mich verfolgen könnte, quer durch Planten und Blomen und dann durch die größte Nicht-Hauptstadt Europas. Denn der Schlaf ist heilig. Auch der Schlaf im Freien. Auf der anderen Seite ist es so, dass wir die Augen nicht wenden können von diesen Menschen, die in so einer Lage sind. Was ist zuvor passiert? Am Abend, in der Nacht. Im Vorleben. Ist der Mann schon am Vortag hier gewesen oder ist er erst gekommen, als sich die Tore des Parks wieder öffneten, um sich einzumummeln und niederzulegen. Griffbereit stehen die Plastiktüten, in denen sich alles befindet, was er besitzt. Man kann nicht erkennen, wo ist der Kopf, wo sind die Beine. Der Mensch als amorphe Masse. Was ist los, wenn er aufwacht. Was macht er dann mit dem Tag, was macht der Tag mit ihm.

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