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Unsern Hass gerecht verteilt

Folgen des Sturms

Folgen des Sturms

Frohe Ostern wird Kommissar Falke nicht haben oder gehabt haben, auch wenn dieser Tatort „Frohe Ostern, Falke” heißt. Falke ist Single. Hat zwar einen Sohn, von dem er aber nur weiß, dass er 15 ist. Was schenkt man so einem zu Ostern? Ein grünes Paket mit großer grüner Schleife, ich wette, Falke hat schon wieder vergessen, was drinnen ist, und am Ende gibt er es rsigniert auf, seinen Sohn, der sowieso komplett bei der Mutter lebt, zu beglücken.

Diese Tatorte mit Wotan Wilke Möhring und Petra Schmidt-Schaller kommen ja nicht unbedingt aus Hamburg, Oldenburg oder Wilhelmshaven, wo sie immer mal spielen können, sondern vom Bund, Lorenz und Falke bzw. Schmidt-Schaller und Möhring sind Bundespolizisten, wozu auch immer das gut sein mag, vielleicht für Kompetenzgerangel mit den örtlichen Organen.

Falke wurde einst als Fitnessfreak, Katzenfreund und Trinker eingeführt. Auf den Trinker kommt man in dieser Folge zurück: „Haben Sie Milch, Vollmilch oder so? … Hab ich mir schon gedacht.” Ein Schnapstrinker als Kommissar wäre langweilig, ein Vollmilchtrinker soll originell sein, ist es aber nicht wirklich.

Bemerkenswert an diesem Krimi war die Balance der Ressentiments, die bei uns Zuschauern ausgelöst werden. Es geht um eine Gruppengeiselnahme. Fünf wahrscheinlich linke oder grünliche Weltverbesserer brechen in eine Charity Gala ein, wo die feine Hamburger Gesellschaft ihrer Kleider ausführt, frisst, säuft, den kleinen Finger abspreizt, sich amüsiert, spendet und Steuern spart. Die Geiselnehmer tragen kotzhässliche Ganzkörper-Hasenkostüme mit bedrohlichen Nagezähnen; zu ihrem Pech sind sie unterwandert von einem Berufsverbrecher, der Aufträge der Wirtschaft ausführt. Dem Film gelingt es, wenn ihm auch sonst nicht allzu viel gelingt, uns so zu führen, dass wir die hässlichen Hasen-Weltverbesserer genauso hassen wie die feinen Pinkel von der besseren Gesellschaft. Das ist schon ’ne Kunst. Ach ja. Beim Einsatzkommando ist wieder mal ein Maulwurf dabei, der den Verbrechern jeden geplanten Schritt der Bullen verrät. Den hassen wir natürlich auch. Falke erschießt ihn, als der gerade Kommissarin Lorenz erschießen will. Damit hat er, wie Lorenz meint, den einzigen Zeugen für die Schreibtischtäter aus der Wirtschaft erledigt.

Im letzten Viertel wird der Tatort spannend. Aber um unsere Polizei müssen wir uns ernsthaft Sorgen machen, wenn diese Krimis aus der Wirklichkeit schöpfen.

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