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Aktuelles aus dem Leben der Raucher

Die Trennlinie zwischen Genussraucher und Nichtraucher kann sehr durchlässig sein

Die Trennlinie zwischen Genussraucher und Nichtraucher kann sehr durchlässig sein, in den Hackeschen Höfen Berlin

Nur am Rande bekommt man Kenntnis davon, dass das Thema Rauchen noch nicht ausgestanden ist und auf recht hohem Niveau diskutiert wird. Die Raucher wehren sich. Und nicht nur die Raucher, sondern auch ihre Sympathisanten. Von 13 000 Lokalen in Berlin sind 632 Raucherkneipen. Immerhin oder gerade mal noch 632? Die Raucher, die noch vor zehn Jahren ein normales Leben führten, müssen jetzt vor die Tür gehen, wenn sie ihre Genusszigarette rauchen wollen, oder in käfigähnliche Verschläge mit schlechter Sicht. Sie müssen sich wie Ausgestoßene fühlen. Menschlich ist das nicht. Bei einer Diskussion in den Tilsiter Lichtspielen in Berlin monierte der Redakteur Johannes Richardt, dass sich in den letzten Jahren ein paternalistisches Politikverständnis breitgemacht habe, das sich anschickt, auch Privatsachen regeln zu wollen, zum Beispiel, ob jemand raucht oder nicht. Es geht also um nicht mehr und nicht weniger als um Freiheit.

Ein Stück weiter auf dem Rand unserer Wahrnehmung die Geschichte von Raucher Friedhelm Adolfs. Ihm hat die Vermieterin nach vierzig Jahren die Wohnung gekündigt, weil es dem 76jährigen Rekordraucher gelang, durch Nichtlüften der Wohnung und überquellende Aschenbecher das Mehrfamilienhaus, in dem er wohnt, zu verpesten. Aber der Mann, dessen gesamte Existenz so auf das Rauchen reduziert wird wie einst die Schleckerfrau auf ihren Job beim Drogeriegroßhändler, zeigt null Schuldbewusstsein und wehrt sich vor Gericht. Es scheint, dass er langsam Heldenstatus bekommt. Man nennt ihn den zweitbekanntesten deutschen Raucher nach Helmut Schmidt und stellt ihn als Opfer fanatischer Nichtraucher dar. Auf Fotos sieht man ihn unerschrocken in einer selbst erzeugten Qualmwolke vor dem Bundesgerichtshof. Ein Mann mit Hut, Lulle und Krawatte. Kein Vorbild, aber ein Kämpfer für die Freiheit. Nicht ausgeschlossen, dass der Bundespräsident ihn zum nächsten Neujahrsempfang einlädt.

  1. April 14, 2015 um 2:11 am

    Was sind die wahren Hintergründe zu Friedhelm Adolf´s „Kultstatus“? Siehe hier:

    https://rachowundco.wordpress.com/2015/02/19/der-raucherprozess-die-farce-um-friedhelm-adolfs/

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