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Wir armen Hansa-Rostock-Schweine (10)

Spiel mir das Lied vom vermeidbaren Abstieg

Spiel mir das Lied vom vermeidbaren Abstieg

Wir armen Hansa-Rostock-Schweine können mal kurz durchatmen, nachdem wir zuletzt aus einer Ohnmacht in die andere fielen. Trainer Vollmann, der Trainer Bergmann abgelöst hatte, wurde in die Wüste geschickt, Trainer Baumann kam und verlor gleich mal zwei Spiele mit dem Torverhältnis 1:8, vorletzter Platz in der Tabelle (Zwischendurch hatten wir noch Trainer Lottner, aber den konnten wir nicht halten, weil sein Name nicht mit -mann endet. Da konnte er selbst gar nichts für.) . Anschließend beobachteten wir die Operation des Klubs am offenen Herzen, Spieler lösten freiwillig ihren Vertrag. Die besten oder hoffnungsvollsten Kicker wurden verkauft, was aber auch als Erfolgsmeldung deklariert wurde: Der Verein kann sie von der Gehaltsliste streichen, er ist ja eh verschuldet wie Griechenland. Wir armen Hansa-Rostock-Schweine müssen einräumen, dass auch unsere Besten zuletzt sinnlos rummurksten auf dem Platz und dass unsere hoffnungsvollen Nachwuchsspieler bei uns aus unerfindlichen Gründen nicht besonders gut angesehen sind. Wir weinen ihnen gewöhnlich keine Träne nach. Wegen vorhandener Deckungslücken (ich spreche immer noch von Finanzen) durften neue Spieler nur unter Vorbehalt verpflichtet werden. Das Trainingslager in Spanien fand trotzdem statt; und zum Rückrundenauftakt zeigte unser neuer Trainer Baumann, vom dem wir noch nicht wissen, was wir von ihm halten sollen, echte Courage. Er setzte fünf neue Spieler ein, die alle keine Spielpraxis haben. Aber Baumann setzte auf die frischen Kräfte, weil er, wohl nicht zu Unrecht, meinte, dass die alten nach der deprimierenden Niederlagenserie schwer traumatisiert seien. Es ging nach Wiesbaden, gegen den SV Wehen, einen Aufstiegskandidaten. Das Hinspiel daheim hatten wir zur vollen Zufriedenheit von Trainer Vollmann mit 0:1 verloren, wir sind von einem Spitzenteam nicht an die Wand gespielt worden, so ähnlich drückte er sich aus. Und nun, in Wiesbaden, sahen wir: Die Mannschaft trat anders auf, nicht so labbrig und softy wie in der Hinrunde. Die neuen Spieler sind kantige Typen, die wollen sich zeigen, die lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen, die scheinen sich schon mit dem neuen Verein zu identifizieren; sie haben nicht die Hansa-Krankheit. Auf die alten Kollegen wirkte das ansteckend. Ziemer machte das eins, Schwertfeger das zwei zu null, aber wir wären nicht die armen Hansa-Rostock-Schweine, wenn der Sieg am Ende nicht wieder am seidenen Faden gehangen hätte, und natürlich schoss den Anschlusstreffer unser gerade nach Wiesbaden gewechselter David Blacha, der nach seiner Einwechslung im neuen Trikot so brandgefährlich auftrat wie bei uns zuletzt vor einem Jahr. Wenn Wiesbaden ihn von Anfang an gebracht hätte – wir hätten dieses Spiel wahrscheinlich verloren. Jetzt geht’s gegen den Jahn aus Regensburg. Da spielt, soweit ich weiß, kein ehemaliger Hanseat. Das stimmt zuversichtlich.

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