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Herzen in Rom

Rom, ewige Stadt, hier im Jahr 1990 © Christian Brachwitz

Rom, ewige Stadt, hier im Jahr 1990
© Christian Brachwitz

Wir sind in Rom, und es ist auch mir nicht unbekannt, dass an vielen Orten Italiens die Zeit und der Verfall ziemlich ungehindert an Stein, Glas, Kalk und Beton arbeiten. Abriss, Modernisierung und Neubau spielen eine Nebenrolle oder nicht mal das. Straßen und Plätze altern in Würde. Wenn man vor Ort ist, fällt einem das gar nicht so auf. Man sieht es erst dann, nach der Reise, auf den Fotos. Eine bizarre Szenerie für Lebenslust. Wir haben uns früher mit Vorliebe diese Filme angesehen, die aus Italien kamen. „Vier junge Männer ohne Arbeit versuchen, mit allerlei fantasiereichen Tricks, aber ohne Erfolg, Geld zu ergaunern.” So schreibt das rororo-Lexikon des internationalen Films über „Vier Herzen in Rom” von Gianni Franciolini aus dem Jahr 1955 nach einem Roman von Alberto Moravia. Die Jungs hatten echt kein Geld und keine Aussichten und wenn sie sich mit einem trickreichen Manöver in eine gute Position gebracht hatten, kam etwa der Professor Semplini (gespielt vom genialen Komiker Totò) und sahnte statt ihrer ab. Frauenhelden waren sie trotzdem, aber ihre Mädchen hatten am Ende immer die besseren Karten. Ich erinnere mich, wie Giovanni Ralli sich mit einer unnachahmlichen, schlangenhaften Bewegung in ihren etwas knappen Badeanzug zwängte und wie das halbe Kino in Ohnmacht fiel. Da kann man den Verfall der Häuser doch voll vergessen.

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