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Gefäß Gottes

Plötzlich im Jahr 77 in Prag © Christian Brachwitz

Plötzlich im Jahr 77 in Prag
© Christian Brachwitz

Den frommen Mann fand Brachwitz in Prag. Steht da wie ein Gefäß Gottes, dachte er, passt auf, dass die Touristen nicht auf den Boden der heiligen Gemäuer rotzen. Ein schöner Mann, ein strenger Mann. Es genügt schon, dass er da steht, um gar nicht erst auf dummen Ideen zu kommen. Man hält es für möglich, dass er Wunder vollbringen und Sünder verfluchen kann. Das Gesicht, das aus dem Dunkel hervortritt, die verschatteten Augen. Das Licht und die Finsternis. Sonneneinfall und schwarze Schatten. Woran glauben wir, wenn wir glauben? Dass es das Unerklärliche gibt. Mystik. Fatum, das Schicksal. Wenn wir die Energie haben, können wir viel in unserem Leben selbst bestimmen. Wenn wir Glück haben auf lange Sicht, könnten wir zu der Einsicht kommen, dass uns das Schicksal nicht immer verschont, aber es trotzdem gut mit uns meint. Auch wenn man das nicht immer wahrhaben will. Und wenn man den frommen Mann anschaut, dann glaubt man vielleicht weniger an Glauben als an Askese. Oder an Verzicht. Vieles, was man für unverzichtbar hielt, braucht man nicht. Darum muss man sich nicht bemühen. Kein schlechter Gedanke zwischen den Jahren.

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