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Arbeit und andere Mythen

Model, Fotograf und Assistent auf Planten und Blomen in Hamburg. Sieht nicht so aus, ist aber auch Arbeit.

Model, Fotograf und Assistent auf Planten und Blomen in Hamburg. Sieht nicht so aus, ist aber auch Arbeit.

Die Helden der Arbeit sind auch die Opfer der Arbeit.

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Wer nicht isst, soll auch nicht arbeiten.

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Arbeitslosigkeit: das Glück im Unglück.

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Die Arbeitslosen kommen frisch und unbekümmert an, um in den Wartezeiten merklich zu verfallen. Die Arbeitsamtsdamen rennen mit einem Affenzahn über den Korridor, als gehe es bei ihrer Tätigkeit um Zentimeter und Sekunden. Die Gesichter sind vom Drang nach Bedeutung verzerrt. Andererseits fällt auf, dass nur sehr selten mal ein Arbeitsloser hineingerufen wird; was machen sie die ganze Zeit? Und wenn die Arbeitslosen wieder hinauskommen, müssen sie entweder weiter warten oder sie gehen kopfschüttelnd aus dem Amt wieder hinaus; etwas Positives hat keiner hier erfahren. Wer noch nicht in den Wartezeiten verfällt, kommt nach seinem Termin verfallen aus dem Büro seiner sogenannten Arbeitsvermittlerin.

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Ich halte Arbeit für einen Fluch im biblischen Sinne, sagte Wolfgang Koeppen im Gespräch mit André Müller. Er fing immer wieder einen Roman an, er schrieb seinem Verleger, dass er wahrscheinlich noch einen Monat, höchstens zwei, benötige, er kassierte Vorschüsse über Vorschüsse, und nichts wurde noch fertig. Ich halte Nicht-Arbeiten für einen Fluch im Koeppenschen Sinne.

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