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Wir und der Eiffelturm © Christian Brachwitz

Wir und der Eiffelturm
© Christian Brachwitz

Wir haben es auf den Eiffelturm geschafft. Bis zur zweiten Etage zu Fuß, dann mit dem Fahrstuhl. Es ist nicht ganz so heldenhaft wie die Besteigung des Chimborazo, aber es ist schon was. Auch der Eiffelturm ist so was wie ein inaktiver Vulkan. Oder auch ein aktiver. Gefühlsausbrüche sind möglich. Drei oder vier aus unserer Klasse sind unten geblieben. Wollten nicht mit rauf. Wegen irgendwelcher Atteste oder Erbkrankheiten oder Schwindelanfälle oder der Menschen, die sich hier das Leben nahmen. Verzichten auf das historische Foto (um nicht Selfie zu sagen). Unter uns Paris. Zu unseren Füßen. Das Herz der Welt. Das alte Herz der Welt. Oder das Herz der alten Welt. Die Stadt mit ihren Schwerenöter- und Schwermutchansons. Wir bevorzugen eine andere Musik. Das Foto werden wir unseren Kindern zeigen, wenn wir’s denn dann noch finden auf unseren Festplatten. Der kokette Blick. Der skeptische Blick. Der Stirn-an-Stirn-Blick. Das Mädchen neben mir. Wie hieß die mal noch gleich. Was ist aus ihr geworden. (Und was aus mir, wenn man’s genau nimmt.) Die Welt ist so flüchtig. Die neue Welt. Die alte Welt muss anders gewesen sein. Sie hatte ein besseres Gedächtnis. Aber kein Internet.

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