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Weg wohin und wohin weg

Berlin Hbf Fotos: Fritz-Jochen Kopka

Berlin Hbf
Fotos: Fritz-Jochen Kopka

Letzter Blick Berlin. Hauptbahnhof mit iPhone-Werbung. Ein Menschenauflauf. Polizei und viele Asiaten mit Anzügen und einem Abzeichen am Revers. Die Reisenden sind mehr oder minder gezwungen, Spalier zu stehen. Darf man fragen, wer hier geschützt wird?, fragt eine Dame. Der junge Polizist antwortet bereitwillig, aber unverständlich.

Reisegruppen, Paare, Individualisten. Der Connex, in dem ich sitze, akzeptiert keine Fahrkarten der Deutschen Bahn. „Dazu gehören auch das Länderticket, das Quer-durchs-Land-Ticket und das Schöne-Wochenendticket.” Was es alles so gibt. Aber der Connex gefällt mir, ist sauber, gut gelaunte Zugbegleiter, wenn man Hunger hat, kann man sich Brötchen kaufen oder Kaffee und Kuchen. Unter uns die Straße belebt mit zielstrebigen PKW. Neben uns vespernde Rentner nach der Lektüre der Computerzeitschrift. Und erlöse uns von der Deutschen Bahn.

Wenn Weiden trauern

Wenn Weiden trauern

Erster Blick Güstrow. Die Brücke über dem Nebel-River. Die Zweige der Weiden streicheln das Wasser. Das war schon immer so. Genauso wie es seit Unzeiten die beiden Kastanien auf dem Brunnenplatz gibt. Wenn du das siehst, scheint die Zeit von damals wieder anwesend zu sein und nichts ist passiert.

Der Vorbestand soll sichtbar bleiben

Der Vorbestand soll sichtbar bleiben

Der Schwebende oder auch schwebender Engel

Der Schwebende oder auch schwebender Engel

Die Domschule, die damals Kersting-Schule hieß, steht kurz vor dem Abschluss ihrer Rekonstruktion und ist – angesichts der Gefahr jugendlicher Amokläufer – mit modernster Sicherheitstechnik ausgestattet. Ist Pflicht und kostet ein Heidengeld. Im Dom schwebt wieder Barlachs Schwebender. Eine berühmte Plastik, die, als sie noch nicht berühmt war, bei den Einheimischen auf wenig Liebe stieß, und die Nazis haben sie zerstört. Es dauerte lange und bedurfte vieler Verwicklungen, bis ein Abguss des Schwebenden wieder an seinem Platz hing.

See ohne Vögel

See ohne Vögel

Auf dem Inselsee. Die Ufer bilden eine harmonische Freizeitlandschaft. Berühmt waren die Bootshäuser. Man konnte nicht daran vorübergehen, ohne an die Honoratioren und ihre Nachkommen zu denken, an Partys und Orgien, an Legenden und Gerüchte. Erinnerung an ein Praktikum. Wir haben das Ufer des Schulbootshauses befestigt. Pfähle in den Grund gerammt mit zotigen Sprüchen. Nach neueren Meldungen gibt es keine Vögel mehr am Inselsee. Ökoaktivisten haben die Freiheit der Tiere einer Nerzfarm erkämpft. Die Nerze, die keine natürlichen Feinde haben, wurden einerseits von Autos überfahren, andererseits räuberten sie die Vogelnester aus.

Ruhe am Schloss

Ruhe am Schloss

So kann man sich vielleicht einen Mittelstürmer von Hansa Rostock vorstellen, wenn man Humor hat. Das Schloss, das viele Geschichten seiner Zweckentfremdungen erzählen könnte, es hat immer auch etwas Unwirkliches, zumindest seit man die Schlossattrappe in Berlin gesehen hat. In unserer Kindheit war es Altersheim. Im Stadtbild wirkten die Leute aus dem Schloss meistens ziemlich schräg. Man erkannte sie sofort: die Schlossmucker.

Eis-Heidi am Markt

Eis-Heidi am Markt

Alte kaputte Fabrik

Alte kaputte Fabrik

Eis-Heidi am Markt 7. Eine der schönsten Geschichten, die der Restaurant-Tester Rach zu erzählen hatte, denn Eis-Heidi, die der Hilfe bedurfte, konnte sich lange Zeit nicht von dem Gefühl lösen, dass sie es besser wüsste als der Sterne-Koch. Am Ende war das Lokal aber doch gerettet.

Mitten in der Stadt. Ich dachte, hier hätte sich mal die Spirituosenfabrik G. Winkelhausen befunden, aber die gibt es ja noch, wenn auch mit jetzt mit bayerischem Eigentümer. Egal. In den Ferien zogen wir los, um Geld zu verdienen. In Gärtnereien, in der Bettfedernfabrik, in Baubetrieben. Bei Winkelhaken, damals volkseigen, haben wir es auch versucht. Heute ist die Spirituosenfabrik besonders stolz auf den Echten Rostocker Doppelkümmel.

Kunst im öffentlichen Raum

Kunst im öffentlichen Raum

Ostkreuz for ever

Ostkreuz for ever

Letzter Blick Güstrow. Der weiße Hai 5. Oder: Damit der Abschied nicht schwer fällt.

Wieder in Berlin. Bahnhof Ostkreuz. Baustelle Ostkreuz. Die Leute suchen ihren Weg. Die Züge kommen und gehen. Die Leute suchen immer noch.

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