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Barfuß laufen das böse Erwachen

Auf Rasen ist alles okay …

Auf Rasen ist alles okay …

… und das geht gar nicht.

… und das geht gar nicht.

Der Barfußschuh, über den jetzt öfter mal geredet wird, kommt mir absurd vor. Wenn es ein Schuh ist, kann es nicht mehr barfuß sein. Die Experten sagen, dass es natürlich für die Form unserer Beine, für den Bewegungsapparat am besten wäre, wenn wir barfuß liefen. Aber dafür fehlt es uns die Hornhaut an den Füßen. Wir sind in eine andere Richtung gegangen oder gelaufen. Der Hightech-Laufschuh nimmt unseren Füßen viele Anpassungs- und Abhärtungsleistungen ab, unsere Füße verhalten sich mittlerweile wie die Prinzessin auf der Erbse. Verwöhnt, verzärtelt. Deshalb sind sie auch bei ungewohnten Anforderungen sofort angekränkelt. Ich habe es seit Wochen mit der Achillessehne (immerhin kann ich mich dabei wenigstens wie ein Held der Antike fühlen). Hat sicher auch mit meinen hochwertigen Laufschuhen zu tun. So hinkte ich durch die Gegend und wartete auf Besserung.

Ich habe sowieso komische Füße. Schon, als ich Kind war. Senkspreizfuß oder so was Ähnliches. Der Orthopäde riet meiner Mutter, mich so oft wie möglich barfuß laufen zu lassen. Es gab Türken und Inder, Nationalspieler, die in den fünfziger Jahren noch barfuß Fußball spielten. Und es gab den Barfußläufer Bikila Abebe, der barfuß Olympiasieger im Marathonlauf wurde, später allerdings auch Schuhe anzog. Mich musste keiner zwingen, barfuß zu laufen. Ich war barfuß schneller als mit Schuhen, ich spielte barfuß besser Fußball als sonst und wurde von einem durchschnittlichen Spieler zu einem der besseren. Ich hatte auch härtere Knochen als andere Kinder. Wenn wir nicht den Ball trafen, sondern die Beine, stöhnte der andere. Nicht ich. Als sich meine Achillessehne jetzt einigermaßen beruhigt hatte, motivierte mich der Gedanke, barfuß auf die Piste zu gehen. Ich erinnerte mich an die Leichtigkeit meiner jugendlichen Läufe und ging an den Start. Pech, dass meine Strecke ein Schotterweg ist. Ich zuckte zusammen, es war schlimmer als ein Nagelbrett, das sich in seiner Anordnung noch durch eine gewisse Gleichmäßigkeit auszeichnet. Ich ging auf Zehenspitzen zurück und zog mir die Laufschuhe an. Eine Runde. Ich spürte die Achillessehne, aber es waren noch keine Schmerzen. Der Barfußschuh kommt mir inzwischen nicht mehr so absurd vor wie noch vor einigen Tagen.

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