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Lust an der Insolvenz

Zwischen zwei Unfreiheiten – unweit von Dublin © Julia Thalheim

Zwischen zwei Unfreiheiten – unweit von Dublin
© Emilia Thalheim

An unserem Haus vorbei ziehen die Kinder morgens lärmend auf die Wiese, wo sie dann spielen können, was ein sagenhaft euphemistischer Ausdruck ist. Es sind alles Schreikinder, und das Kind, das nicht schreit, ist gleichsam nicht vorhanden. Ich schreie, also bin ich. Die Kindergärtnerinnen ermuntern die Kinder. Sie haben allerdings Stimmen, und sie sprechen in einem Sound, der mich auch zum Schreien brächte. Darum bin ich – nicht nur, aber auch – für männliche Kindergärtner. Wird es mir gelingen, einer Kindergärtnerin mal ganz sachlich folgende Frage zu stellen: Bringen Sie den Kindern manchmal auch etwas Vernünftiges bei? Und haben Sie sich einmal überlegt, was aus diesen Kindern eigentlich werden soll? Mit diesen Voraussetzungen? Mit dieser Erziehung?

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Woran siehst du denn, dass das ein Arbeitsloser ist? – Weil er so tut, als könnte er vor Kraft nicht laufen.

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Wochenende Regen. Montag Sonnenschein. Die Werktätigen wittern eine Verschwörung.

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Blondgebleichte Mallorca-Berliner

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Idioten des Augenblicks

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Wer geht schon gern in den Keller!

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Ein guter Tag, um sich einen Mojito zu mixen.

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Es ist nicht mehr so, dass ich abnehme, wenn ich laufe. Aber ich nehme zu, wenn ich nicht laufe.

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Ich lasse mich nicht von mir unter Druck setzen. (Leichter gesagt als getan)

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Ich muss ehrlich zugeben, dass ich schon wieder zwei Tage lang keinen Alkohol getrunken habe.

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Langsam wird mir das zu viel. Man ist von Idioten umgeben und wird dabei selber zum Idioten.

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Sagen wir es so: Thomas Neumann wurde erst im Rentenalter jung.

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Das sind alles moderne Leute. Die sagen nichts.

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Auch ein Westdeutscher wird sich benehmen können, wenn er sich Mühe gibt. Ich sehe nicht ein, warum das anders sein soll.

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Das Schöne am Frauenfußball ist, dass das nicht nur ein Fußballspiel, sondern immer auch ein Gaudi ist, weil so viel schief geht und dem Zufall überlassen ist.

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Der Fußball sieht sich wieder mal nicht in der Lage, die gewünschten Ergebnisse zu liefern.

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Art van Rheyn: Männlichkeit ist eine Not, die sich als Tugend verkleidet.

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Er hatte Blähungen wie Adolf Hitler.

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Suhrkamp – die Lust an der Insolvenz

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Problematische Stärken: eine von Altersrücksichtslosigkeit nicht mehr unterscheidbare Urteilsfreudigkeit / Kepels neues Buch macht den Eindruck, als habe der Autor mit sämtlichen Terroristen des Nahen Ostens gezeltet. / Wer macht sich die Mühe, ständig unter dem Umständen zu leiden? (Peter Sloterdijk: Zeilen und Tage)

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Bei Kaisers, der stellvertretende Filialleiter: „Sind se aber ooch selber schuld. Wat gehn se in die Pampa. Hätten ja in Berlin bleiben können.”

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„Am Mikrofon ist weiterhin Gabi Wuttke und wünscht uns allen einen schönen Tag”, sich selbst also ooch. Ich wünsche mir einen guten Tag. Das kann ich aber auch für mich behalten oder?

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Die polnische Putzfrau spricht dieselbe Sprache wie Johannes’ Pferde, die ja auf einem Hof in Polen stehen.

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Konservatismus steht manchen Männern ganz gut, Frauen hingegen grundsätzlich nicht. Ich beobachte das beim Lesen der FAZ. Der Konservatismus männlicher Journalisten mag nicht sympathisch sein, er ist aber stimmig, scheint ihnen beinahe angeboren zu sein. Bei den Frauen wirkt der Konservatismus angeschafft. Man will sich mit Macht irgendwo zugesellen. Auf der sicheren Seite sein. Ich lese seit einiger Zeit die Texte dieser Journalistinnen gar nicht mehr. Sie gleichen sich alle.

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