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Zum Jubeln zu schwach

Unklar ist der Träume Sinn

Unklar ist der Träume Sinn

Nachdem Hubert Schubert Fußballweltmeister geworden war (denn sagt man nicht so: Wir sind Papst! Wir sind Weltmeister!), wurde er über Nacht von wirren Träumen heimgesucht, in deren Mittelpunkt der eingewechselte Siegtorschütze Götze stand. Mario Götze war gerade dabei gewesen, bei dieser Weltmeisterschaft seinen Ruf als Supertalent zu verspielen. Am Anfang in der Startelf gesetzt, spielte er nach schwachen Partien in der Ko-Phase kaum noch eine Rolle. Und nun schoss er Hubert Schubert und alle Deutsche zur Weltmeisterschaft. Endlich der vierte Stern! Zum vierten Mal Weltmeister! Und wie erklärte er seine Leistung? Ich habe an der Universität ja auch eine hervorragende sozialistische Organisatorin. Da waren die Medien baff. Mario Götze an der Universität? Und wenn er schon eine Managerin hat, die er Organisatorin nennt, warum dann zum Teufel eine sozialistische? Wie kann ein Fußballer von einem untergegangenen Gesellschaftsmodell profitieren! Mogeln sich hier Trittbrettfahrer in den deutschen Triumph? Aber auch wenn Hubert Schubert schon im Traum wusste, dass Götzes angebliches Statement ein völliger Schwachsinn war, hörten die Diskussionen nicht auf. Schließlich wurde – unter Ausblendung von Geschlechterfragen – gemutmaßt, ob Götze denn nicht Jogi Löw mit der hervorragenden sozialistischen Organisatorin gemeint hatte oder aber André Schürrle, von dem die Flanke kam. Am Ende wusste Hubert Schubert nicht mehr, ob nicht auch schon die Szenen nach dem Schlusspfiff ein Traum gewesen waren. Die Helden des Matchs lagen erschöpft auf dem Rasen und waren zu schwach zum Jubeln. Und nun schlug die Stunde der Ersatzspieler und der Spielerfrauen mit Lukas Podolski und Kevin Großkreutz an der Spitze. Sie feierten sich, als wären allein sie es gewesen, die Deutschland zum Weltmeister geschossen hatten. Ausgerechnet Podolski, der in einer Halbzeit und ein paar Minuten gezeigt hatte, dass er nicht mehr in die Mannschaft passte, und ausgerechnet Großkreutz, (den Hubert Schubert eigentlich mochte, auch wenn er manchmal das Wasser nicht halten konnte), der einmal beinahe eingewechselt worden wäre, aber tatsächlich keine Minute gespielt hatte. Gleichviel. Der vierte Stern war Wirklichkeit. Die Argentinier waren viel stärker, als wir erwartet hatten, und doch hat unser Team sie besiegt. Vergiss die Träume.

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