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Ach wie viele Tore

Berlin Alexanderplatz. So groß kann Özil sein.

Berlin Alexanderplatz. So groß kann Özil sein.

Die Weltmeisterschaft ist voller Überraschungen. Kroatien, das kleine, zeigt sich Brasilien durchaus gewachsen. Die Brasilianer brauchen einen Mondelfmeter, um in Führung zu gehen. Wir sehen Schwächen bei den brasilianischen Außenverteidigern, wir sehen, dass Ivica Olic noch immer 90 Minuten rennen und kämpfen kann und wir fragen uns, wie Hulk und Fred in eine brasilianische Weltmeistermannschaft passen. Hulk viel zu steif und Fred irgendwie unbeteiligt wie ein Friseurmeister aus der Vorstadt, der sich nicht aufs Spiel konzentrieren kann, weil er immer an seinen Laden denken muss. Wird er reich? Geht er unter? So einer kann im Strafraum dramatisch fallen. Dass der Schiedsrichter dafür Elfmeter pfeift, ist einfach nur schwach. Wir erleben den Untergang der spanischen Weltmeister gegen die eigentlich abgeschriebenen Holländer. Die Leichtigkeit des Ballbesitzfußballs ist vorbei. Du brauchst jetzt Bissigkeit, du brauchst jetzt den Zug zum Tor, du brauchst den Einzelspieler, der sich durchkämpfen und -krampfen kann. Bei Halbzeit sah es durchaus nicht nach einem spanischen Untergang aus. Auch Spanien bekam einen Elfmeter, der keiner war, und hatte die Chance auf 2 oder 3 zu Null zu erhöhen. Und dann kommt dieser Ausgleich in der 44. Minute. Viel zu einfach. Ein weiter Ball, ein Innenverteidiger, der schläft, und ein Torwart, der im Niemandsland steht und von van Persie leicht überköpft werden kann. In der zweiten Halbzeit zwei Merkwürdigkeiten. Iniesta verliert plötzlich jeden Zweikampf und Robben zieht nicht mehr von rechts außen in die Mitte, um dann mit dem linken Fuß abzuziehen; er spielt eher einen Mittelstürmer, und darauf sind die Spanier nicht eigestellt, finden kein Mittel. Nüchtern betrachtet waren die vier holländischen Tore in der zweiten Halbzeit ganz schöne Gurken. Man kriegte Robben nicht zu fassen, der allerdings den Vorzug hatte, dass der Ball ihm bei jedem schon verlorenen Zweikampf wieder vor die Füße fiel. Dem dritten Tor war ein klares Foul am Torwart vorausgegangen, und vor dem vierten träumte Casillas nach einem Rückpass, und auch van Persie fiel der Ball nach einem Pressschlag wieder vor die Füße. Es war ein Begräbnis des spanischen Fußballs erster Klasse, aber ich nehme an, dass die Wiederauferstehung von den Toten schon geplant ist. Es wird spannend sein zu sehen, ob sie gelingt.

Der Fußball-Experte (ich?!) tippt 4:1 für Uruguay und kann sich trotzdem über den 3:1-Sieg für Costa Rica freuen. Die haben wirklich alle ihre Möglichkeiten in die Waagschale geworfen und dabei noch kühlen Kopf bewahrt. So kam es, dass die Urus außer ihren engen Trikots und einem üblen Frustfoul nichts zu bieten hatten.

Die Kolumbianer schenken den defensivstarken Griechen drei Tore ein. Das sind junge Kicker, die keine Blockade im Kopf haben und nach phlegmatischen Phasen plötzlich frisch drauflos spielen.

Die jungen Engländer Sterling, Sturridge und Welbeck konnte man nur bewundern. Sie gewinnen viele wichtige Zweikämpfe, geizen nicht mit Fernschüssen, aber der erste Fernschuss der Italiener sitzt. Solche Schüsse werden zu 99 Prozent geblockt, aber diese Rakete findet ihre Bahn durch vier verteidigende Engländer hindurch ins Tor. Joe Hart sieht den Ball zu spät. Viel mehr Chancen hatten die gnadenlos effektiven Italiener nicht, vielleicht noch zwei oder drei, aber eine davon köpft Balotelli zum Sieg ins Tor. Trotzdem. Ich möchte die Engländer wenigstens noch im Viertelfinale sehen.

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