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Wer die Zeit fürchten muss

Fan unter Fans. Berlin. Alte Försterei

Fan unter Fans. Berlin. Alte Försterei

Wenige Minuten, bevor die Fußball-WM beginnt, das, was wir jetzt am wenigsten brauchen: der Saisonrückblick 2013/2014. Erste Liga, zweite Liga, dritte Liga, Champions League, Qualifikations- und Freundschaftsspiele. Streiflichter dessen, was hier schon mal zu lesen war. Und alles schon fast vergessen.

Als ich nach Hause komme, mache ich ein Bier auf und schalte den Restfußball an. Deutschland – Paraguay. Es steht 2:3. Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster, knödelt Bela Rethy, der Ausgleich ist fällig. Ja, man muss kein großer Prophet sein. Die Paraguayos haben sich in ihre Hälfte, eigentlich in ihren Strafraum zurückgezogen. Wir haben Glück, dass der kroatische Referee ein Heimschiedsrichter ist, wie er im Buche steht. Also. 3:3. Lars Bender macht es. Und dann sagt Bela Rethy: „Applaus für Joachim Löw, der den zweiten Ball vom Spielfeld entfernt.” Ich fasse es nicht. Er sagt es ohne eine Spur von Ironie. Es soll heißen, das Lauterer Publikum bejubelt eine Heldentat des Bundestrainers. (Wir wissen ja, wie es aussieht, wenn der an den Ball tritt, so zeitlupenmäßig.) Jogi Löw ist so beliebt, er ist der Fußballweltmeister der Herzen. Und nun hat er auch noch einen überflüssigen Ball vom Spielfeld entfernt. Donnerwetter.

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Der kurze Blick, der kurze Tick, mit dem Draxler nicht aufs Tor hämmert, sondern trocken den heranstürmenden Adam Szalai  bedient – darauf muss man in der Eile erst mal kommen und das kann man auch nicht besser machen. Es gibt immer einen Lösungsweg im Fußball – und im Leben.

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Ich war Vollzahler, ich war Teil der Choreographie, ich wurde wegen offensichtlicher Ungefährlichkeit keiner Leibesvisitation unterzogen und mit Sie angesprochen. 1. FC Union Berlin gegen FC St. Pauli.

Die Hymne verströmte Pathos und Mysterium, unbegrenzte Hin- und Selbstaufgabe sowie Verklärung des Ostens, aber auch versöhnliche Elemente. Nina Hagens Vokalisen haben etwas besessen Hexenhaftes, der Verein kann sich nur gratulieren zu diesem Meisterwerk …

Die Unioner werfen ihre nun nicht mehr übergewichtigen, sondern mächtigen Körper in die Schlacht. Die flinken St. Pauli-Leichtgewichte sind beeindruckt. Nemec macht das 2:2, natürlich per Kopfstoß, und der eingewechselte Terodde vollbringt das Unglaubliche. 3:2 in der 86. Minute. St. Pauli fährt mit leeren Händen nach Hause.

War das ein geiles Spiel. So klingt es überall.

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Deutschland – Österreich 3:0. Waren wir so stark, waren die Ösies so schwach? Halten wir uns, wie so oft und so gern, an den Bundestrainer: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.” Normalerweise hat man für solche Sätze fünf Euro ins Phrasenschwein zu werfen, aber hier gibt uns die Phrase die Deutung an die Hand. Die Österreicher haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Kann man einem Menschen eigentlich seine Körpersprache vorwerfen? Ich denke nicht. Man könnte ihm höchstens ein paar Szenen zeigen und sagen, schau, Jogi, so sieht das aus, wenn du jubelst, so sieht das aus, wenn du zornig bist. Etwas memmenhaft, nicht wahr? Denk mal drüber nach. Aber wo soll das enden? Man könnte ihm ja auch seine Statements vorspielen. Hör dir das mal an, Joachim, das sind deine Sätze, achte mal auf Floskeln und nichtssagendes Zeug und lass dir das durch den Kopf gehen.

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Welten liegen zwischen den Färöer Inseln und Deutschland, Fußballerwelten und Geldwelten. Es leben 45 000 Menschen und 90 000 Schafe auf den Inseln, und das Stadion war ausverkauft mit 4000 Zuschauern. Und doch verteidigten die Männer von den Schafsinseln geschickt, und aufopferungsvoll sowieso, gegen die Unsrigen, die mit zunehmender Spielzeit Elfmeter forderten, denn anders kriegten sie das Runde nicht ins Eckige, die Stars aus Madrid, London, München und Dortmund gegen die Nobodys von den Inseln, die auch noch arbeiten müssen und von denen man die eine oder andere passable Passfolge bewundern konnte. Das ist ein Faszinosum des Fußballs: Der Klassenunterschied wird durch eine geschickte Taktik wettgemacht, und die Weltstars sehen klein und hässlich aus neben den Schafhirten.

Nun wissen wir, dass Thomas Müller der anerkannt beste Elfmeterherausholer der Welt ist (im Kicker-Forum nennt man ihn eine Fallsau), sowas muss man eben auch können im modernen Fußball, aber ich sage: doch bitte nicht gegen die tapferen, freundlichen, prächtigen, einfachen Färinger. Gegen Frankreich ja (die machen das auch), gegen die Niederlande unbedingt (die sind da groß drin), aber bitte nicht gegen die Färöer Inseln! Nicht gegen diese wunderbaren, unerschrockenen Menschen, die danach die Nähe Müllers mieden wie der Teufel das Weihwasser.

Im anschließenden Interview trat Müller die Flucht nach vorn an. Sein ganzes Knie sei aufgerissen, und zwar nicht von dem Sturz, sondern von dem Tritt des Färengers. Als Reporter hätte ich gesagt: Zeigen Sie doch mal bitte! Und: Sind Sie denn bis zur WM in einem Jahr wieder fit? Oder werden Sie jetzt Sportinvalide?

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Sport-Vorstand Matthias Sammer hat sich beim FC Bayern München zum umgedrehten HB-Männchen profiliert. Hieß es beim HB-Männchen: „Wer wird denn gleich in die Luft gehen! Greife lieber zur HB!”, funktioniert es bei Sammer genau andersrum: „Warum gleich zur HB greifen. Gehe lieber in die Luft.”

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Ich sehe heute wieder besser aus als zuletzt und werde demzufolge am Eingang gründlich nach Waffen abgetastet.

In unserem krachend engen Block kann man den parteiischen Blick studieren. Einem Union-Kicker darf kein Haar gekrümmt werden, während jedes gepfiffene Union-Foul zu Wutausbrüchen auf der Tribüne führt.

Die Fürther erobern den Ball im eigenen Strafraum, schwärmen aus wie Außerirdische in ihrem kosmischen Trikots und machen verdammt clever das 1:1. Und schlimmer. Die Unioner scheinen Blei in den Gliedern zu haben. Sie laufen sich kaum noch frei, und wer sich freiläuft, wird nicht gesehen. Mit unheimlicher Zwangsläufigkeit macht Fürth das 2 und das 3:1 und, Minuten nach dem Anschlusstreffer, auch noch das 4:2. „Ohohoho, Fußballgott Union aus Berlin” singen die Fans müde, trotzig und ungekonnt.

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In Deutschland haben die Schiedsrichter die Hosen voll, wenn sie es mit Uli Hoeneß zu tun bekommen. Aber dass sie so weit gehen wie am Sonnabend, ist schon bemerkenswert: Schweinsteiger hieb seinem Gegenspieler Diego mit beiden Händen wie ein Henker in den Nacken. Brutaler und demonstrativer kann man ein Machtgefühl nicht ausdrücken. Und dennoch: Um diesen Spieler den Regeln gemäß vom Platz zu stellen, braucht der Schiedsrichter Charakter. So weit hat es ein Mann aus Rostock und überhaupt aus dem Osten im Fußball noch nicht gebracht. Schiedsrichter Danckert zeigte Schweinsteiger gelb. Das war besonders bescheuert. Wenn ich nicht den Arsch in der Hose habe, die richtige Entscheidung durchzuziehen, dann tue ich so, als ich hätte ich das Vorkommnis nicht gesehen. Oder ich zeige Diego gelb, weil der sich fallen ließ. Denn Schweini hatte ihn ja nur gekitzelt. Dem Feigen fällt immer etwas ein.

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Wenn wir tatsächlich davon ausgehen, dass es ihn gibt, den Fußballgott – was will er uns mit solchen absurden Spielverläufen und Ergebnissen mitteilen? Ich weiß im Moment nur eines: Fußball ist für Akteure und Fans eine Einübung in Demut. Und auch der Größte muss daran denken, dass Hochmut vor dem Fall kommt. Und damit leistet der Fußball eine für die modernen Gesellschaften unverzichtbare Arbeit. Er erteilt eine Lehrstunde – uns allen.

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Gestern konnte man sehen, wie unverzichtbar Lukas Podolski (nach einem Urteil des Bundestrainers) für die deutsche Fußballnationalmannschaft ist. Podolskis Vertreter, André Schürrle, schoss drei Tore (Schweden – Deutschland 3:5). Wieviel Tore hätte der unverzichtbare Podolski geschossen? Mindestens fünf.

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Schön auch, dass wir bei dieser Gelegenheit erfahren, dass Klopp ein gestandener Fatalist ist. Denn was sagt er noch: „Man muss nicht auf etwas warten, was besser aussieht. Das Gras ist woanders nicht immer grüner, und meine Fähigkeit ist es, das Glück zu sehen, wenn es da ist.” Es gibt nicht viele Trainer auf der Welt, die in der Lage sind, solche scheinbar einfachen Sätze zu sagen. Es gehört in der Tat zu den seltenen Fähigkeiten, das Glück zu erkennen, das sich in der Nähe befindet. Das Glück ist da, und ich bin mittendrin. Die meisten Leute hängen dem Wahn an, dass es etwas noch viel Besseres gibt als das, was sie gerade haben. Nicht Klopp, der Fatalist.

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Champagner-Fußball heißt das, wenn Bayern München gegen Viktoria Pilsen spielt, Champagner-Fußball gegen Bier- oder besser Bierbauch-Fußball. Die Böhmen waren vom Ruhm des FC Bayern und dem Medienhype um das Team so beeindruckt, dass sie sich am liebsten unsichtbar gemacht hätten.

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Wir treten hier an, um den Schiedsrichter Peter Gagelmann zu ehren, der im Privatleben ein einfacher Angestellter im Veranstaltungsmanagement ist, aber als Schiedsrichter Maßstäbe setzt. Gagelmann kann das Wort Unparteiischer nur in Anführungsstriche setzen, er ist nicht für lau, er ist immer mit Liebe und Hass auf dem Platz unterwegs. Gagelmann bürstet das Geschehen gern gegen den Strich, er setzt sich nicht für die Schwachen ein (was man gemeinhin für eine Tugend hält), Gagelmann kämpft mit aller Macht für die Starken.

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Khedira zieht sich einen Kreuzbandriss zu, als er Pirlo attackiert. Merkwürdig die vielen Fouls von Toni Kroos, er springt öfter mal wie ein leidenschaftlicher Liebhaber regelrecht auf den ballführenden Gegenspieler auf.

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… der Schiedsrichter benachteiligt uns arme Hansa-Rostock-Schweine nur minimal, und so sind wir es, die das Tor machen, David Blacha zieht aus der Luft kurz und trocken ab, und der Leipziger Torwart Domaschke fliegt eindrucksvoll am Ball vorbei; und da wissen nun die Bullen, dass sie es mit uns armen Hansa-Rostock-Schweinen an diesem Tag nicht leicht haben werden; sie bekommen immer noch keinen Elfmeter, und auch das zweite Tor machen wir arme Hansa-Rostock-Schweine …

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Ich glaube, dass diese widerwärtige Ranschmeißerei den Bayern eher schadet, als dass sie ihnen etwas brächte. Man kann ihnen nicht vorwerfen, dass sie verlernt haben zu verlieren (wie man den Dortmundern nicht vorwerfen kann, dass sie ihre Torchancen nicht nutzen; sie machen es ja nicht mit Absicht), aber kann man nicht von Reportern verlangen, dass sie etwas Interessantes, Problemhaltiges über eine noch so großartige Mannschaft erzählen? Etwas vielleicht gar Subtiles? Etwas ohne den Gebrauch des Superlativs? Warum gibt es in einem Land mit einer so großartigen Fußballmannschaft keinen großartigen Reporter? Versteh ich nicht.

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Was sahen wir armen Hansa-Rostock-Schweine mit unseren entzündeten Augen heute im eigenen Stadion? Nach 41 Minuten hatte Schiedsrichter Tobias Stieler seinen Job im Wesentlichen erledigt und konnte sehr zufrieden sein. Hellsichtig auf einem Auge und blind auf dem anderen hatte er zwei Elfmeter und zwei Rote Karten gegeben, alles gegen uns, den Grobmotorikern vom VfL Osnabrück lächelte er fröhlich zu: Na, wie findet ihr mich?

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Nebenbei kommt es dann so weit, dass die Bayern real nicht in der Bundes-, sondern in der Regionalliga spielen, denn sie treten immer nur gegen die zweite Garnitur des Gegners an, der seine Besten für das nächste Spiel schont. Das wäre doch ganz witzig.

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Der Stadionsprecher begrüßt den Start der zweiten Halbserie und des Frühlings, in der Halbzeitpause gedenkt er treuer Fans, die in den vergangenen Wochen gestorben sind. Besonders alt sind sie alle drei nicht geworden. Wir denken an euch, denkt ihr auch an uns, so der Tenor seiner Worte. Wir brauchen eure Unterstützung von dort oben. Ein Fußballfan stirbt nie so ganz.

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„Währenddessen klären Zambrano und Lewandowski den Stand ihrer Freundschaft“ – das war Fernsehreporter Simon, der dafür bekannt ist, in seiner verqueren Ausdrucksweise köstlichen Humor zu vermuten.

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Arjen Robben, der alte Holländer, hat einen Elfmeter und einen Platzverweis für die Bayern herausgeholt. Auf Grund der ihm eigenen Konstitution gelingt es ihm, Zweikämpfe immer besonders dramatisch aussehen zu lassen; er wirkt in solchen Fällen wie ein Kriegsveteran, der auf offener Straße zusammengeschlagen wird und nicht in der Lage ist sich zu wehren, obwohl er zuvor selbst den Kampf gesucht hat und zwar auf ziemlich riskante Weise. Arsène Wenger, der Arsenal-Trainer, sagt, der Schiedsrichter habe mit dieser Entscheidung das vorher hochklassige Spiel ruiniert.

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Die Spitzenteams der Bundesliga hatten sich längst darauf verständigt, den Kampf um die Deutsche Meisterschaft den Münchner Bayern zu überlassen. Dort vorne kämpften die Bayern mit sich selbst, was auch heißt, mit Mathias Sammer, sie siegten und entfernten sich immer weiter vom Hauptfeld. Dahinter kämpfen nun die Spitzenteams weiter um den Meistertitel des wirklichen Lebens.

Die Geschichte ist  unvollständig, wenn nicht miterzählt wird, dass der Macher des Bayern-Erfolgs, der Spieler, Manager und Präsident, seine Omnipotenz und seinen Hochmut mit einer Gefängnisstrafe bezahlt. Siebter Himmel und Vorhölle. Das Leben verstehen, den Erfolg verstehen, Uli Hoeneß verstehen. Verstehen, wie das alles zusammenpassen soll. Wer kriegt das hin?

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Wer selten verliert, wird in der Regel ein schlechter Verlierer werden. Verlieren will geübt sein. Bayern München – Borussia Dortmund 0:3. Auch wenn es, zumindest für die Bayern, um nichts mehr geht. Am Ende grapscht der Bayer Rafinha aus Frust dem Dortmunder Mchitarjan ins Gesicht und sieht Rot. Viel zu hart, meint Sportvorstand Sammer, der beim FC Bayern in die Rolle des Sträflings Hoeneß hineinwächst, die aggressive, selbstverliebte, hochmütige Stimme von Bayern München.

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Dennoch bleibt die Frage interessant, wieso Bayern München gegen Real Madrid chancenlos war. Sie spielten vor einer aufgeputschten Zuschauermasse, die jede Aktion der Madrilenen mit einem gellenden Pfeifkonzert begleitete. Und die Spieler selbst befanden sich auch im Zustand der Aufgeputschtheit (von den Phlegmatikern Kroos und Schweinsteiger abgesehen). Neuer war sein Torraum wieder mal zu klein, er wollte unbedingt draußen mitspielen und wäre um ein Haar überflankt worden. Mandzukic, Ribéry und Robben wollten mit dem Kopf durch die Wand und wenn sie ihre Gegenspieler foulten, hatten sie immer das Gefühl, selbst gefoult worden zu sein, Herr, vergib ihnen. Aber reden wir von Madrid, reden wir von diesen phänomenalen Innenverteidigern Pepe und Sergio Ramos. Verglichen mit Dante und Boateng konnte man an ihnen schon mal den Unterschied festmachen. Wie hellwach die waren. Wie die jede Lücke zustellten. Was die außerdem für die Spieleröffnung taten. Alles ohne Fouls. Und da sind die beiden frühen Kopfballtore von Ramos noch nicht mal erwähnt. Beim zweiten reklamierte Manuel Neuer lächerlicherweise auf Abseits, wie er das ja immer tut, wenn er mal hinter sich greifen muss. Lächerlich auch, wie die Bayern-Spieler jedesmal hysterisch Zeitspiel reklamierten, wenn ein Madrilene am Boden lag und behandelt werden musste. Die Real-Spieler waren es gewiss nicht, die die Zeit fürchten mussten.

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Der Bundestrainer wiederum sagt mit badischer Zunge, dass wir nicht den nationalen Fußballnotstand ausrufen müssen (hatte auch keiner vor). Man freut sich „wahnsinnig” auf das Vorbereitungsspiel gegen Polen, auch wenn der Kern des Teams (die Kicker vom FC Bayern und vom BVB) nicht dabei sein wird. Hinter jedem nominierten Spieler steht ein klares Ja, da sind sich „der Hansi, der Andi und ich” (der Jogi) einig. Der Sami (Khedira) ist eine Ausnahme, der ist ja gerade erst von einem Kreuzbandriss genesen und kann noch nicht in Hochform sein, aber man will auf ihn nicht verzichten auf Grund seiner starken Persönlichkeit und seiner herausragenden Fähigkeiten. Es geht familiär zu beim DFB,

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Wir sind ja mittlerweile überzeugt, dass wir Deutschen technisch hervorragende Fußballer haben. Aber die Kameruner, gegen die wir heute spielten, machten einen vielen geschickteren, kreativeren Eindruck, und das 2:2 am Ende resultiert aus einem Tor, dem eine klare Abseitsstellung von Podolski vorausgegangen war,

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