Verdruss

Too much! © Christian Brachwitz

Too much!
© Christian Brachwitz

Und, bis zum Sinken überladen, entfernt sich dieser letzte Kahn. Ja, Goethe. Ein Goethe-Zitat fällt uns halbgebildeten Deutschen zu jeder Gelegenheit noch ein. Der Osterspaziergang hat einiges zu bieten, die Zeilen haben sich uns fast von allein eingeprägt, die mussten wir gar nicht lange auswendig pauken, und wenn man sie einmal im Kopf hat, dann bleiben sie auch drinnen. Schon meisterlich, wie der Dichter die Szenerie beim Wiederaufleben der Natur nach einem schweren Winter aufblättert, den Menschen gehen die Augen über angesichts der plötzlichen Fülle und Überfülle. So ganz angenehm ist das nicht. Bis zum Sinken überladen ist auch dieser Karren nach dem Marktgang, alles wird zu allem geworfen und obendrauf das Kind, dem längst die Freude an dem Kram vergangen ist. Wir kaufen uns das Chaos zusammen, es gibt keine klaren Linien und Konturen mehr, keinen leeren Raum, der wirken kann, überall liegt etwas herum, das wir nicht brauchen. An was werden wir uns erinnern. Was war uns wirklich wichtig. Womit haben wir am liebsten gespielt. Klingt das moralisch? Das sollte nicht sein. Moral haben wir wahrscheinlich auch zu viel. Moral, die überall herumliegt. Unbenutzt.

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