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Böse Kinder

Ich bekenne mich zum Tatort aus Köln. Allgemein und zu diesem letzten, „Ohnmacht” betitelten, besonders. Sie sind nun auch schon alte Knochen, die Kommissare Ballauf und Schenk, der schroffe, leicht beleidigte von Klaus J. Behrendt gespielte Schmerzensmann Max und der Mäntel bevorzugende, ausgleichende Freddy von Dietmar Bär. Ballauf will mit der U-Bahn nach Hause und gerät in einen Akt brutaler Jugendgewalt, will helfen und kommt mit knapper Not mit dem Leben davon. Und dann beginnt das Hirnrissige. Die Hierarchie. Karrieristen, Paragraphenreiter, Winkeladvokaten, Feiglinge, Opportunisten, Rechthaber. Der Staat und seine Regeln. Ballauf darf als Beteiligter nicht ermitteln und steht da wie ein alkoholisierter Knallkopp. Man sieht die Wahrheit vor lauter Verordnungen nicht. Mit der kriminellen Energie und Raffinesse aus gutem Haus stammender Jugendlicher, böser Kinder, kommt diese Gesellschaft nicht zurecht. Auf der einen Seite der bürokratische Apparat, auf der anderen die ausgekochten jungen Regelverletzer. Du musst dein Leben ändern, schrieb Peter Sloterdijk. Ja. Oder anders: Wir müssen unser Leben ändern. Sieht aber so aus, als würde es uns nicht gelingen.

Selten habe ich einen Tatort gesehen, der bis in die letzte Rolle derart perfekt besetzt war.

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