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Über allen Wiesen ist Ruh’

Einge große Ruhe lag über dem Land, himmlisch … © Christian Brachwitz

Eine große Ruhe lag über dem Land, himmlisch …
© Christian Brachwitz

Wir sind wieder in Tangermünde. Vor den Toren der Stadt, wo die kleine Tanger in die große Elbe mündet und die Industrieanlage ein Stauwerk oder ein Stück Hafen ist. Am Zaun nagt der Rost. Gelegenheit, vom Rad zu steigen und die Blicke über die Anlage schweifen zu lassen (passiert da noch was?), während die Kirchtürme von Jerichow fern am Horizont unbeachtet bleiben. Der Mann stützt des Rad, das Rad stützt den Mann, sowas nennt man heutzutage eine Win-win-Situation. Irgendwann kommt im Leben eines Mannes der Zeitpunkt, wo er auf ein Damenfahrrad umsteigt. Er bekommt das Bein nicht mehr über den Sattel rüber. Na und. Warum solle man sein Alter nicht annehmen. Warum sollte man nicht genauso alt aussehen, wie man ist. Man macht alles etwas langsamer. Man legt öfter mal ’ne Pause ein. Man hat sich ohne Zorn von seinen Illusionen verabschiedet. Aber die blaue Arbeitshose, nein, von der will man sich nicht trennen. Hat ja auch noch alle Hände voll zu tun. Man freut sich über die schwankenden Gestalten, mit denen man schon auf einer Schulbank gesessen hat und mit denen man sich über das Leben in der Rente austauschen kann. Und über die teuren Toten lassen sich Legenden erzählen. Einst ein Held. Das Wort von der guten alten Zeit hat seine Bedeutung verloren. In Tangermünde und überall.

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