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Zugemutete Zumutungen

Alles, was ins Auge geht. Street Art Berlin Mitte

Alles, was ins Auge geht. Street Art Berlin Mitte

Warum mutet mir die FAZ einen Text des kriegslüsternen Wirrkopfs Bernard-Henri Lévy zu! Der heißt fordernd „Verlasst Sotschi!” und fängt mit einem Schwachsinnssatz an: „Zwei Bilder wechseln einander an diesem Mittwochmorgen in den Köpfen ab … ” Er weiß also, was sich in den Köpfen abspielt, offensichtlich ist er der Herr der Köpfe. Die Bilder sind der makellose Schnee in den Bergen bei Sotschi und der blutbespritzte Schnee auf dem Majdan von Kiew. Für all das sei Putin zuständig, wie auch für die 130 000 Menschen, die in Syrien ums Leben kamen. Man möchte einen Philosophen um ein so simples Weltbild nur beneiden. Die Medaillen in Sotschi schmecken nach Blut. Lévy weiß das. Er musste nicht viel nachdenken, um den Schuldigen für alles Unglück der Welt zu finden. Und während er fordert, Sotschi zu verlassen, haben die Ereignisse in der Ukraine ihre eigene Sprache gesprochen, und Verhandlungen haben dabei keine geringe Rolle gespielt.

Warum mutet man mir wochenlang Russenhass zu! Warum versucht man wochenlang, mir die Olympischen Spiele in Sotschi madig zu machen! Die interessieren mich sowieso nur marginal. Ich kann mich für das Curling genannte Wischen nicht begeistern; ich bringe nicht mehr die Geduld auf, die Regeln der sogenannten Trendsportarten zu durchschauen, die Rechnerei beim Skispringen geht mir auf den Geist und Eiskunstlaufen fasziniert ja nicht mal mehr die begeisterten Schlittschuhläufer. Also, ich kann mit dieser Olympiade ganz allein gelassen umgehen, ich benötige keinerlei Unterstützung. Aber wir leben wohl in einer Zeit, in welcher der Staat, die Medien und die Institutionen massenhaft Zumutungen für alle bereithalten müssen. Ich unterschreibe einen Autorenvertrag und stelle, natürlich zu spät, fest, dass auch der einige Zumutungen, um nicht zu sagen, Demütigungen enthält, natürlich in schlechtem Deutsch. Das muss doch nicht sein. Das kann man doch weglassen. Wozu ist das nötig. Anscheinend gibt es genügend Leute in diesem Land, die nicht leben können, wenn sie nicht andere Menschen nerven können. Dabei ist doch sicher, dass sich das alles irgendwann rächt.

Dass der Fußball uns ständig die falschen Ergebnisse beschert ­ darüber will ich gar nicht erst reden. Kann sein, dass dafür keiner was kann.

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