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Absturz nach Westen

Leuchten wie ein Licht im Licht © Christian Brachwitz

Leuchten wie ein Licht im Licht
© Christian Brachwitz

Ein Blatt in den Himmel gehalten zwischen Herbst und Winter. Während die einen, die kleinen, noch am Baum hängen bleiben, sind die anderen, die großen, schon gelbbraun verfärbt, löcherig, durchsichtig. Von Erde sind sie gekommen, zu Erde sollen sie werden. Doch in seinen letzten Stunden leuchtet das Blatt wie ein Licht im Licht.

Das denke ich oft, wenn ich im Herbst zwischen grün, gelb und rot über den Blätterteppich laufe,  der Regen, Trockenheit und Schnee ausgesetzt und irgendwann verschwunden ist – der Erdumfang müsste doch Jahr für Jahr um ein paar Zentimeter zunehmen auf Grund dieses verwitterten und selbst kompostierten Laubs. Aber das bringt ja auch nichts. Es lohnt sich nicht, dass man sich Gedanken über den Himmel macht, aber Augen sollte man schon machen: Was liefert er doch für Bilder, der Himmel, wie nah und wie fern sind wir ihm. Hier scheint alles nach Westen hin abzustürzen (oder gen Osten aufzusteigen), die Wolken und unter ihnen die Bäume, die Welt. Man denkt an Jakob van Hoddis („Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut”) und nennt das Expressionismus.

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