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Die Fanbrille aufgesetzt

Ob das Wünschen noch hilft? Street Art in Berlin Mitte Rosenthaler Staße

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Wenn es um Fußball geht, kann auch die große FAZ leicht zum Regional- und Käseblatt werden. Die Frankfurter Eintracht, die das Bundesligaspiel gegen Bayern München kleinmütig und hochherzig abgeschenkt hatte, wollte das DFB-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund keineswegs abschenken. Nicht unbedingt im Besitz der spielerischen Mittel warfen die Frankfurter doch ihre Kampfkraft und ihre Robustheit in die Waagschale, so dass Fußballkorrespondent Ralf Weitbrecht eine Heldengeschichte erzählen konnte, die etwa so klang: „Bis zur 83. Minute … mussten sich die Dortmunder den starken Frankfurtern” (sic!) „erwehren, … um … zu einem glücklichen Pokalerfolg zu kommen.” Nun. Wer nicht die Frankfurter Fanbrille aufhat, hatte Gelegenheit zu sehen, dass der Dortmunder Erfolg keineswegs glücklich war, dass man viel mehr unglücklich nennen müsste, wie die Borussen (wieder mal) ihre rasant herausgespielten Chancen versiebten. Da wird auf spanische Art versäumt, einfach auch mal aus zwanzig Metern zu schießen, da wird immer noch mal elegant, lässig bis schlampig geflankt, bis der Angriff versandet. Und natürlich hätte auch Frankfurt gewinnen können, wenn es nicht die humorvollen Einlagen des schon von den Bayern vorverpflichteten Sebastian Rode gegeben hätt, der in seinem Übereifer zweimal in bester Position einfach am Ball vorbeischlug.  „Von Beginn an entwickelte sich ein flottes Viertelfinale, was auch und vor allem an der Eintracht lag.” Rührend die Bemühungen, den Sieg nachträglich herbeizureden. Dem „flotten Fußball der Marke Eintracht” (in welchem Jahrhundert leben wir eigentlich?) war kein Erfolg beschieden.

„Währenddessen klären Zambrano und Lewandowski den Stand ihrer Freundschaft“ – das war Fernsehreporter Simon, der dafür bekannt ist, in seiner verqueren Ausdrucksweise köstlichen Humor zu vermuten. Der Zweikampf des Frankfurter Innenverteidigers und des Dortmunder Stürmers (auch bereits von den Bayern eingekauft) hätte das Spiel entscheiden können, entschied es aber nicht. Lewandowski rieb sich auf und spielte mit zunehmender Dauer nicht weniger unsauber als sein Gegner. Schade drum. Dortmunds Trainer Klopp stellte fest, dass sein Team in der zweiten Halbzeit kaum noch ins Spiel fand. Man attackierte zu zweit und zu dritt den ballführenden Spieler und bot dem Gegner damit Riesenräume. Wenn die Eintracht wirklich so gut gewesen wäre, wie Weitbrecht meinte, hätte sie daraus einen Sieg machen können.

So sieht eine objektive Einschätzung aus, Sportfreunde!

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