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Ronaldo in diesen Tagen

In der „Zeit” war ein Interview mit Ronaldo, dem dreifachen Weltfußballer, dem Mann, der Deutschland das Finale der WM 2002 vermasselte und den deutschen Torwart (Oliver Kahn) zur Verzweiflung brachte. Nach seiner aktiven Zeit erfuhr man nichts mehr, man wusste nur, dass er sehr dick wurde und kaum noch zu erkennen war. Durch dieses Interview höre ich zu meiner Überraschung, dass Ronaldo in London lebt und Marketing studiert. Daneben ist er Fifa-Botschafter für die Weltmeisterschaft in Brasilien. Aber Ronaldo spielt nicht mehr Fußball, auch nicht zum Spaß. „Mein Problem ist, dass ich mich nur noch unter Schmerzen bewegen kann.” Das geht mir gleich mal an die Nieren. Ronaldo krempelt die Hosenbeine hoch und zeigt seine Knie. Am rechten wurde er vier Mal operiert, am linken zwei Mal. Ich erinnere mich, dass Ronaldo sehr schnell war, auch mit dem Ball am Fuß, er war geradezu unaufhaltsam. Anscheinend muss man für alles, was einen heraushob, bezahlen. Der Stoffwechsel funktionierte nicht mehr normal. „Irgendwann habe ich aufgehört, darauf zu achten, wie viel ich esse.” Wie auch andere Menschen, die die höchsten Höhenlagen kennengelernt habe, spricht Ronaldo ziemlich ungerührt von Dingen, von denen gewöhnliche Leute schweigen, zum Beispiel über seine Angstattacken oder auch darüber, wie seine Familie sein Konto plündert. Besonders gerührt hat mich der Schluss des Interviews, das Cathrin Gilbert und Hanns-Bruno Kammertöns geführt haben, der immer gute Sachen über Fußball macht. Ronaldo erzählt, dass sein Vater ihm immer Bücher geschenkt hat. Er wollte, dass sein Sohn nicht nur an Fußball denkt. Und so las Ronaldo „Die Verwandlung” von Kafka und „Krieg und Frieden” von Tolstoi, was er schwierig fand, „… ich habe mich durchgekämpft.” Ein Kämpfer bleibt ein Kämpfer.  

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