On Tour

Baum in Bielefeld. Die dünnen Striche sind keine Stricknadeln. Sind Zweige.

Baum in Bielefeld. Die dünnen Striche sind keine Stricknadeln. Sind Zweige.

Wenn ich auf Reisen gehe, ist eine kleine undramatische Apotheke im Gepäck. Ich weiß, dass mich Dejá-vu-Erlebnisse erwarten. Das ständige Verlaufen in fremden Städten, obwohl ich mir die Routen ausgedruckt habe, die zwar richtig, aber realitätsfern sind. Im entscheidenden Moment fehlt immer ein Straßenschild wegen irgendwelcher Kaufhäuser, die ihren Auftritt ungestört vortragen wollen.  Die finster-verwirrende Bahnhofsviertel. Jugendgruppen wie in alten Spielfilmen. Nichts zu tun und unternehmungslustig. Irgendwas muss doch passieren. Ineinander verschachtelte Fußgängerzonen. Die Schlussverkäufe haben bei einer gewissen Klientel Betriebsamkeit, wenn nicht Hektik heraufbeschworen. „Denn der Lohn der Sünde ist Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christo Jesu”, steht auf einem Schild. Der Mann, der es sich umgebunden hat, missioniert in aller Seelenruhe. Bäume, deren kahle Zweige gespinstartige Skulpturen bilden.

Ich beginne die Stadt, die ich durchstreife kreuz und quer, zu mögen. In diesem Fall Bielefeld. Im nächsten Herford. Bad Oeynhausen. Und dann Minden. Das war nicht eingeplant. In meinem Kopf formt sich der Satz: Der alte Westen hat doch einiges zu bieten.

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