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Hausaufgaben und Körpersprache

Deutschland – Österreich 3:0. Waren wir so stark, waren die Ösies so schwach? Halten wir uns, wie so oft und so gern, an den Bundestrainer: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.” Normalerweise hat man für solche Sätze fünf Euro ins Phrasenschwein zu werfen, aber hier gibt uns die Phrase die Deutung an die Hand. Die Österreicher haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Gewiss ist man mit einer solchen Erklärung so schlau als wie zuvor. Was mir als Laien auffiel: Die Österreicher waren devot. Man sah es an ihrem Trainer Marcel Koller, unmittelbar vor dem 1:0. Dem war eine Fehlentscheidung vorausgegangen. Koller protestierte, um sich sogleich beim deutschen Kapitän Philip Lahm zu entschuldigen und ihn mit großer Herzlichkeit zu umarmen. Es hätte Freistoß für Deutschland geben müssen oder Einwurf für Österreich, aber nicht Einwurf für Deutschland. Und dafür entschuldigt sich der nette Herr Koller noch. So kann man international nicht auftreten. Was mich weiter wunderte: In entscheidenden Situationen wirkten die Österreicher, ob vor dem eigenen oder dem gegnerischen Tor, immer zerstreut. Gelegentlich servierten sie den Deutschen die besten Pässe. Ich meine, eine Innverteidigung Mertesacker/Boateng müsste eigentlich zu knacken sein. Darüber hinaus taten die deutschen Innenverteidiger für den Spielaufbau so gut wie nichts. Immerhin hatten wir ein starkes, kompaktes Mittelfeld.

Das Münchner Stadion war ausverkauft. Aber es kam keine Stimmung auf. Die Loser aus dem Nachbarland machten da noch mehr Radau als die deutschen Fans. Natürlich fehlt die Spannung, vielleicht fehlten auch die spektakulären Szenen. So sieht das eben aus, wenn man seine Hausaufgaben erledigt.

Kann man einem Menschen eigentlich seine Körpersprache vorwerfen? Ich denke nicht. Man könnte ihm höchstens ein paar Szenen zeigen und sagen, schau, Jogi, so sieht das aus, wenn du jubelst, so sieht das aus, wenn du zornig bist. Etwas memmenhaft, nicht wahr? Denk mal drüber nach. Aber wo soll das enden? Man könnte ihm ja auch seine Statements vorspielen. Hör dir das mal an, Joachim, das sind deine Sätze, achte mal auf Floskeln und nichtssagendes Zeug und lass dir das durch den Kopf gehen.

Zwecklos, einen Menschen ändern zu wollen.

In der Nacht, im Traum, war mein Auto weg (in Wirklichkeit habe ich sowieso keines mehr). Ich hatte vergessen, wo ich es hingestellt hatte. Wollte einen Freund anrufen, der dabei gewesen war, aber das ging auch nicht im Traum. Bei all den Problemen entging mir, dass ich plötzlich drin saß in meinem Auto. Nun suchte ich aber eine Schnapsflasche, von der ich wusste, dass ich sie ins Auto gelegt hatte. Wieder wollte ich den Freund anrufen, wieder ging das nicht. Dann fuhr ich mit dem Auto ein Stück zurück und suchte das Auto, in dem ich ja saß, und die Schnapsflasche, mit der ich ja sowieso nichts hätte anfangen können. Müßig zu erwähnen, dass es dabei fast zu einem Unfall kam.

Vermutlich war das Fußballspiel schuld an diesem blöden Traum.

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