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Natürlich bin ich es, der sich schuldig fühlt

„Ich war wieder in meiner Heimatstadt …”

„Ich war wieder in meiner Heimatstadt …”

Mein Gott, der Traum. Ich sitze im Wartezimmer. Habe offensichtlich eine Operation hinter mir. Werde aufgerufen. Der Arzt interessiert sich kein Stück für die Folgen des Eingriffs, etwa ob ich Schmerzen, Beeinträchtigungen usw. zu erdulden habe. Redet munter drauf los. Meistens Quatsch, der nichts mit Krankheit und Gesundheit zu tun hat. Als ich wieder raus bin, stelle ich fest, dass er mir eine junge Patientin an die Seite gegeben hat. Meine Güte, diese Ärzte. Ich stelle fest, dass ich wieder in meiner Heimatstadt bin. Die Straße, die zum Brunnenplatz führt. Ich stelle weiter fest, dass ich die junge Patientin an meiner Seite nicht mehr loswerde. Ich stelle fest, dass das verhängnisvoll ist, aber ich lasse mir nichts anmerken. Ich öffne die Haustür. Dahinter steht Herr Golm und sieht mich an wie einen Eindringling. Wirft auch einen schrägen Blick auf die junge Patientin an meiner Seite. Ich beschließe, nichts zu erläutern. Wie auch, was auch. Ich kann nicht mit Engels- oder Teufelszungen reden wie Peer Steinbrück. Herr Golm gibt mir einige Postsendungen in die Hand. An mich adressiert. Wie kommt er denn dazu? Die lagen hier im Hof und im Flur verstreut. Wer soll das glauben. Er sieht mich immer noch kritisch an, als hätte ich hier nichts zu suchen, aber mir fällt ein, dass das Haus ja mir gehört. Ich bin der Eigentümer. Zählt das jetzt plötzlich auch nichts mehr? Auf der Treppe liegt noch mehr Post für mich. Nun hat sich auch der Redakteur Lehmann zu mir und der jungen Patientin gesellt. Ich öffne die Tür, bin in der Küche, hier muss doch jemand gewesen sein, mehrere elektrische Geräte laufen. Sie sind defekt, sagt der Redakteur Lehmann, und beginnt sofort, an den Geräten herumzuhantieren, um sie zur Ruhe zu bringen. Aus alle Röhrchen und Leitungen läuft Wasser, und natürlich bin ich es, der sich schuldig fühlt. Ich wache auf und weiß nicht, wie ich mit der Menge von Problemen fertig werden soll, vor denen ich stehe, aber fällt mir ein, dass es lauter Traum- und keine wirklichen Probleme sind, kann aber keine Erleichterung in meiner Psyche feststellen. Was soll man tun, um nicht von solchen Träumen überfallen zu werden? Ja, ich weiß, es gibt auch viel schlimmere.

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