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Die Unbesiegbaren sind nicht unbesiegbar

1953 kam ein DEFA-Film heraus, der „Die Unbesiegbaren” hieß. Den Film habe ich nie gesehen, ich erinnere mich an das Programmheft, in dem einige Schauspieler zu sehen waren, die man danach ausgesucht hatte, ob sie kantige Arbeiterköpfe auf den Schultern trugen. Protagonisten des Films waren Frau Schulz, Herr Schulz und Gertrud Schulz. Karl Paryla spielte August Bebel, Erwin Geschonneck spielte Wilhlem Liebknecht. Ich irre mich nicht, wenn ich denke, dass die Unbesiegbaren dieses Filmes  die Arbeiter waren, das Weltproletariat. Auch wenn sie eine Schlacht verloren, waren sie aufs Ganze gesehen unbesiegbar.

Die Unbesiegbaren von heute sind die Münchner Bayern, die Triple-Gewinner im Fußball. Am Sonnabend fand der deutsche Supercup statt, die beiden besten Mannschaften der Republik, München und Dortmund, und da ich mich für Unbesiegbare, seien es soziale Klassen, seien es Sportteams, nicht interessiere, schaue ich nur mal so auf Probe hinein. Und was ich sehe, ist toll.

Dortmund spielt in der gewohnten Aufstellung, ohne die Neuverpflichtungen, bei Bayern fehlen Neuer und Ribery. Nach acht Minuten 1:0. Lewandowski rüber zu Bender, Bender flankt vors Tor, Starke, durch einen  Verteidiger irritiert, klatscht den Ball ab, Reus köpft ein. Ähnlich wie beim Championsleaguefinale ist Dortmund schneller, strukturierter, wacher. Von Pep Guardiolas Handschrift ist nichts zu sehen. Ist der beste Trainer der Welt nicht genug für die beste Mannschaft der Welt? Oder umgekehrt? Will er zuviel von  einer Mannschaft, der Jupp Heynckes die einfachen Dinge eingeimpft hat? Ist sie nur langsam in der Lage zu lernen, wenn überhaupt? Die Bayern werden besser, aber man sieht nicht, worauf sie hinaus wollen. Die Innenverteidiger Boateng und van Buyten haben gehobenes Comedy-Format. Schließlich ist es eine schon im Ansatz als perfekt erkennbare Flanke von Lahm und ein Kopfball von Robben, der konsequent ausgepfiffen wird, die das 1:1 besorgen. Danach bricht der Borussia-Sturm los. Nach dem Gegentor wirken die Dortmunder wie befreit. Gündogan zieht ab, van Buyten wirft sich aufopferungsvoll in den Schuss und vollendet mit dem Kopf ins eigene Tor. Eine Minute später zieht derselbe Spieler, Gündogan, von rechtsaußen nach links, schlägt einen Haken nach rechts und schlenzt mit dem rechten Fuß genauso perfekt ins Tor wie Lahm zuvor flankte. Inzwischen ist Schweinsteiger eingewechselt worden, der für sein Lebenswerk als Fußballer des Jahres geehrt wurde. Robben macht, abermals nach Lahm-Flanke, das Spiel wieder offen. Bei Dortmund kommt der erste Neuzugang ins Spiel, Aubameyang, der superschnelle Mann. Der sofort eine Chance hat, aber an Starke scheitert. Schließlich bedient der Neue Reus und der macht sein zweites Tor und alles klar.

Guardiola sieht melancholisch aus. Sportdirektor Sammer hat einen Imagewechsel vorgenommen. Er trägt kein Strickjäckchen mehr, sondern ein gestärktes Oberhemd wie der neue Cheftrainer. Für den er sich noch keine Strategie zurechtgelegt hat. Das nur nebenbei. Ich habe gesehen, was ich sehen wollte. Die Unbesiegbaren sind nicht unbesiegbar. Die neue Saison kann beginnen. Demnächst.

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