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Transen und Bullen

Im Polizeiruf aus München ging es um die Probleme der Polizisten und um das Dilemma der Transsexuellen. Der Film soll sehr gut und sehr besonders gewesen sein und eine grandiose Auflösung geboten haben. Ich fand ihn, den Film, anstrengend. Je rauer die wiedergegebene Realität, desto unübersichtlicher die Abbildung. Viel Geschrei und unappetitliches Fleisch. Der Kommissar Hanns von Meuffels, das ist Matthias Brandt, in der Klemme, aber alle anderen Gestalten stecken ebenfalls knietief im Sumpf. Eine Transsexuelle kommt in der Ausnüchterungszelle der Polizei ums Leben. Von Meuffels hat zwar auf interne Ermittlung überhaupt keine Lust, muss es aber machen und ranzt vor Frust unentwegt seine doch so rührende Assistentin (Anna Burnhauser) an.  Am schwersten hat es jedoch Lars Eidinger, der als Transenwitwe(r) einiges aus sich herausholen und etliches über sich ergehen lassen muss, ich möchte kein Schauspieler sein, verflixt noch mal. Er gibt ein Bild des Jammers ab, liegt zusammengekauert in der Koje, er heult, hat bizarre hysterische Ausbrüche, er strippt, und wenn er mal etwas bessere Laune hat, sagt er: Was ist denn bitte schön ein Beischlaf. Da muss er selbst lächeln, und auch sein Kommissar. Und lachen könnte man ebenso, wenn die bösen Buben im Polizeichor „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten” singen.

Die Sequenzen sind lobenswert kurz, aber auch ein bisschen ausgefranst und unschlüssig. Verwirrung soll sein, zumal, wenn der Fall eigentlich klar auf der Hand liegt.

Der Polizeiruf aus München ist immer besonders, also nie ein geradliniger Krimi. Matthias Brandt ist wie stets tief in den Fall verwickelt, als Patient oder als Geisel oder als was auch immer, und hier spielt ihm die Empathie einen bösen Streich. Der Mensch soll nicht versuchen, Gott zu sein, und ein Kommissar schon gar nicht. Schneller als er denkt, wird er sehen, was er angerichtet hat.

Wenn sich ein solcher Film nach einer Jim-Morrison-Zeile „Der Tod macht Engel aus uns allen” nennt, deutet das auf eine löbliche Ambition hin, zeigt aber auch das Eklektizistische solcher Produktionen. Ich klaube mir zusammen, was irgend strahlt und funkelt.

Transen und Bullen / essen keine Stullen.

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