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Die Stille der Welt

Faszinosum Weltzeituhr. Alexanderplatz Berlin

Faszinosum Weltzeituhr. Alexanderplatz Berlin

In meinen sogenannten privaten Aufzeichnungen mache ich manche Sätze durch halbfette Schrift auffällig. Wenn ich mir das nach Jahren anschaue, frage ich mich wieso. Manchmal auch nicht. Ist eben subjektiv. Das hier sind einige solcher Sätze aus dem Jahr 2006. Schon wieder so lange her.

Ein Fußballspiel geht neunzig Minuten. Und nicht vier Stunden, wie uns das Fernsehen glauben machen will.

Unsere Fußballer sind Invaliden, denen es an guten Tagen möglich ist, ein Fußballspiel zu bestreiten.

Deutschland kann froh sein, dass es eine Mannschaft hat, die solchen mitreißenden Fußball spielt, sagt der als intelligent geltende Christoph Metzelder. „Christoph Metzelder ist einer der klügsten Köpfe, die es je in die deutsche Fußballnationalmannschaft gebracht haben.”

Wenn das die beste deutsche Tennisspielerin sein soll, möchte ich kein Deutscher sein.

Fernsehen: Tiere und Köche gehen immer.

*

Mir wäre wohler, wenn die Bundeskanzlerin Merkel ab und an ein wenig Sport triebe.

Der (melierte) Dreitagebart ist das Parteiabzeichen der SPD-Politiker. Was fasziniert sie daran so?

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Die Dinge des Lebens (der Film von Claude Sautet) sind die Zigaretten, die Liebe und die Missverständnisse, die Zufälle und die Unglücksfälle. Geliebte Frauen, verlassene Frauen, rätselhafte Söhne. Schicksalhaftes Schweigen.

Schulpflichtige Amokläufer.

Das Leben ist banal oder tragisch. Nicht leicht zu entscheiden, was weniger schlimm ist.

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Der dickliche deutsche Spießer mit der verfehlten Friseurfrisur.

Wir sind schon wieder zu kurz gekommen. Siehe Walter Kempowski.

Arbeiter sind Menschen, die keine Schippe und keinen Hammer mehr in  die Hand nehmen, sondern Knöpfe drücken und Steuerhebel betätigen.

Sowie Käfer ’ne Bierflasche in der Hand hat, fängt er an zu philosophieren. Oder wenigstens philosophisch zu glotzen.

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Wie oft ich in diesen zwei Monaten schon durchgeschwitzt war. In New York, in Wien, in Berlin, unter dem Dach.

Ich kann nicht immer die Rolle des Stubenhockers spielen, auch wenn sie mir noch so liegen mag.

In dieser Straße scheitern die Männer an ihren Zäunen.

Ab und zu möchte man mit einem Freund ein Bier trinken. Und oft genug ist einem das versagt.

Feulner erzählt, dass er vom Laufen ein dickes Knie und vom Besuch eines Jugendfreundes einen dicken Hals bekommen hat.

Wir reden über den Fernseher, wie alt der ist und dass sie sich einen neuen leisten sollte, und dann sagt sie: Und ich mach auch nicht mehr lange. Ich sage: Du kannst dich doch nicht mit einem Fernsehapparat vergleichen. Darüber kann sie dann doch lachen.

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In Chemnitz ein nackter Mann in Socken nachts auf der Straße. Hat beim Skat sein letztes Hemd verloren. Schlüpper ooch.

Mekka der Leseratten = Leipziger Eigenwerbung

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Bei Deborah taucht ihre Mutter auf. Ich denke, das ist jemand wie Cher und sage, mein Gott, mit wieviel Jahren hat sie dich bekommen? Deborah lacht und sagt: mit fünf.

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Je später der Abend, desto stärker der Regen

Am leeren Ufer.

Die große verhängnisvolle Stille der Welt.

  1. Juni 21, 2013 um 9:42 am

    In einer Kneipe. Zwei Männer unterhalten sich über Mißgeschicke, die ihnen schon mal passiert sind. Sagt der eine: „Ich wollte neulich am Flughafen einen Flug nach Pittsburgh buchen, da hab ich aus Versehen gesagt ‚Tittsburg‘. Das war vielleicht peinlich.“ Sagt der andere: „Das ist ja noch gar nichts! Als ich neulich mit meiner Frau zusammen gefrühstueckt habe, wollte ich lediglich sagen: ,Gib mir mal bitte die Butter!‘. Und was hab ich aus Versehen gesagt?… ‚Du hast mir mein ganzes Leben versaut, du dumme Schlampe'“.

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