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Wir armen Hansa-Rostock-Schweine (5)

Seize the right moment, 1

Seize the right moment, 1

In Phasen nicht aufhören wollender Erfolglosigkeit fangen Fußballtrainer an, Unfug zu reden. Man muss nicht darauf warten, es geschieht unweigerlich. Und: Sie können nichts dafür, die Trainer. Es kommt wie von selbst. Das Gehirn ist vernagelt. Sie kriegen den Tunnelblick.

Wer hätte das schmerzvoller erfahren als wir armen Hansa-Rostock-Schweine. Wir traten an, um den sofortigen Wiederaufstieg in die zweite Liga zu schaffen, wir murksten in der dritten Liga herum, hatten zu Hause manchmal Glück, bekamen auswärts kein Bein auf den Rasen und der  Trainer begann, diesen unvermeidlichen Unfug zu reden. Wir lösten ihn ab. Holten den neuen Mann.

Mit ihm begann eine Erfolgsgeschichte. Und nach der Erfolgsgeschichte begann eine katastrophale Missrfolgsgeschichte, die uns in Abstiegsgefahr führte.

Was ist das für ein Unfug, den der Trainer dann redet, wie intelligent er ansonsten auch immer sein mag?

Zunächst mal gratuliert er nach dem Spiel dem Trainer des gegnerischen Teams zum Sieg. Wenn das mal für mal passiert, kann ich es wirklich nicht ertragen. Dann redet er von den ungünstigen Zeitpunkten, zu denen die Tore des Gegners fielen. Für ein Gegentor ist jeder Zeitpunkt ungünstig, sag ich mal. Sag ich mal so. Es folgt, dass wir einen hohen Aufwand betrieben haben, für den wir uns leider nicht belohnt haben und dass wir das hoffentlich beim nächsten Mal tun werden. Uns belohnen. Bei der Pressekonferenz vor dem nächsten Spiel beantwortet der Trainer jede Frage mit dem Satz: Wir wissen um die Bedeutung dieses Spiels. Und er sagt, dass in der dritten Liga ein Rückstand sehr schwer aufzuholen sei und dass man deshalb vermeiden wolle, in Rückstand zu geraten.

Alles Unfug, wie man weiß. Wir schießen ein Tor in der 22. Minute, haben also dafür gesorgt, dass der Gegner in Rückstand geraten ist, den er umgehend, in der 23. Minute, aufholt. Zu einem ungünstigen Zeitpunkt (45. Minute) geraten wir in Rückstand und zu einem weiteren ungünstigen Zeitpunkt geraten wir in einen schier aussichtslosen Rückstand, den wir aber binnen fünf Minuten in ein 4:3 umwandeln. So viel zum Thema, einen Rückstand kann man in der dritten Liga kaum wieder aufholen.

Es folgen acht Minuten Nachspielzeit. Acht. Als lebten wir noch in der DDR und spielten gegen den BFC Dynamo. Sind wir also gewöhnt, wir armen Hansa-Rostock- Schweine, wenn wir mal vorne liegen. Trotzdem. Wir fressen kein Tor mehr.

Alles gut?

Nein. Der Gegner erwägt, vor Beendigung der Saison in die Insolvenz zu gehen. Damit würde man uns die Punkte, die wir gegen ihn herausgespielt haben, wieder klauen.

Fass dir an Kopp und sag Kürbis gedeihe.

Seize the right moment, 2

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