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Der subjektive Faktor

Manchmal kann uns der Fußball nichts erzählen (Habe ich das schon mal gesagt? Wiederhole ich mich schon wieder?), und von einer weltweiten Bewegung verschobener oder manipulierter Spiele wollen wir auch nicht unbedingt was hören, denn das sagt ja nur, dass dieser Sport ungemein populär und demzufolge geeignet ist, um damit schwarzes Geld zu machen. Es geht zu wie an der Börse, aber Börse ist legal.

Die ausbleibenden Erzählungen des Fußballs … Vielleicht ist das nur eine Sache der falschen Betrachtungsweise. Bei uns in der Bundesliga ist die Meisterschaft schon entschieden, also, was soll’s da noch groß zu erzählen geben. Das haben wir allerdings schon am Beginn der Saison gesagt, nach drei Spielen oder so, Bayern München ist Meister, da war es aber eher spöttisch gemeint. Jetzt ist es ernst, und wir hören mit Missvergnügen, wie Sonnabend für Sonnabend servile Reporterzwerge von den „Galavorstellungen der Bayern“ schwadronieren, gegen Fürth, gegen Mainz und so, aber – und damit kommen wir zu einer veränderten Betrachtungsweise – unterhalb dieses bayrischen Galavorstellungs-Tableaus gibt es doch tatsächlich spannenden, dramatischen Fußball mit tollen Toren und irrwitzigen Fehlleistungen, die auch wieder ausgeglichen werden können oder auch nicht, siehe Leverkusen gegen Dortmund, da bietet der Fußball alles, was man sich nur wünschen kann. Aber es ist eben unterhalb dieses unerreichbaren Tableaus des Vorzugsspieler-Fußballs. Wie wäre es, wenn nun in Europa eine Gala-Liga einrichtete, in der exklusiv nur jene Teams spielen, die in ihren heimischen Ligen mindestens zehn Punkte vor dem Rest der Nation stehen? (Vorschlag für’s Marketing: „Die Liga der Überflieger”) Dagegen kann Uli Hoeneß doch nichts haben, im Gegenteil es wäre eine Ehre, die nur wenigen zuteil wird.

Neulich sah ich was Skurriles. Ein Freiburger Verteidiger, ich glaube, es war Oliver Sorg, verteidigte im Strafraum gegen Leverkusen und hielt die Arme in einer extrem unnatürlichen Bewegung krampfhaft auf dem Rücken verschränkt, als wären sie da angeschweißt. Ja, klar. Bloß nicht die Hand anschießen lassen, dann gibt’s Elfmeter und vielleicht noch ’ne rote Karte und das Spiel ist entschieden. In diesem Segment ist der Subjektivität noch Tür und Tor geöffnet. Der Schiedsrichter ist Herr über Leben und Tod, von seiner Sichtweise und seinen Sehfehlern hängt alles ab. Und die Reporterzwerge kramen im Regelwerk. Ging die Hand zum Ball oder der Ball zur Hand? Wie bekommt man die Hand auf so kurze Entfernung noch schnell aus der Gefahrenzone? War es eine unnatürliche Bewegung? Am liebsten sagt der Reporterzwerg: Die Hand hat da nichts zu suchen.

Als wüsste nicht jeder: Wenn wir den Körper bewegen, bewegen wir auch die Arme. Der Arm spielt immer mit. Das berühmte, und nicht geahndete Handspiel von Thierry Henry oder ein unabsichtliches, angeschossenes – es kann nicht so schwer sein, das zu unterscheiden. Es gibt aber leider Schiedsrichter, die so ehrgeizig sind, dass sie alles gesehen haben wollen. Auch das, was nicht geschah.

Es könnte in Zukunft nicht nur Torjäger- und Scorer-Listen geben, sondern auch eine Rangfolge der Spieler, die am erfolgreichsten die Hand des Gegners anschießen und damit Spiele entscheiden.

Dagegen hilft nur eins: Man muss den Fußballern einen Sack über den Kopf ziehen und die Arme verschnüren. Ich weiß, auch dann wird ein genialer Schiedsrichter wie etwa Wolfgang Stark immer noch Mittel und Wege finden, Hand zu pfeifen, wenn es ihm beliebt, aber er würde es nicht so leicht haben, sich zu rechtfertigen.

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